400 Millionen Euro Investition

Gazprom erschließt bei Waren größten deutschen Erdgasspeicher

Mit dem vorgesehenen Bau der deutsch-russischen Erdgaspipeline planen immer mehr Energiekonzerne die Errichtung riesiger unterirdischer Gasspeicher in Mecklenburg-Vorpommern. Nach E.ON und EWE kündigte nun auch die deutsche Gazprom-Tochter die Erkundung eines Lagers an.

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Waren (ddp-nrd/sm) - Die Gazprom Germania GmbH werde in den nächsten fünf Jahren bei Hinrichshagen in der Nähe von Waren den größten europäischen unterirdischen Speicher für Erdgas erschließen, sagte der zuständige Direktor Andreas Hieckmann. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu fünf Milliarden Kubikmetern sei das an die Ferngastrassen anzuschließende Depot in der Lage, fast ein Zehntel der Jahreslieferung der Ostseepipeline aufzunehmen. Die Menge entspricht etwa fünf Prozent des gegenwärtigen deutschen Jahresverbrauchs.

Zunächst soll im kommenden Jahr für rund 20 Millionen Euro eine in 600 Metern Tiefe liegende und bis 50 Meter mächtige Sandsteinformation erkundet werden. Mit dem Einsatz spezielle Schallwellen ausstrahlender Vibrationsfahrzeuge und kleiner Sprengladungen werde ein dreidimensionales Modell von der Formation erstellt. Bei entsprechender Eignung will Gazprom rund 400 Millionen Euro in den Untergrundspeicher und den Anschluss an die etwa 27 Kilometer entfernte Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) investieren.

Insgesamt habe Gazprom 25 unterirdische Strukturen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern untersucht, sagte Hieckmann. Das Feld Hinrichshagen, das bereits 1970 mit neuen Bohrungen teilweise erschlossen wurde, sei offenbar besonders geeignet, sagte Hieckmann. Zudem werde ein ähnlich großes Depot in der Region Schweinrich bei Wittstock untersucht.

Die Erschließung werde umweltgerecht erfolgen, versicherte Hieckmann. Lediglich während der Erkundungsphase sei zeitweise mit Lärmbelästigungen durch Bohrungen und Trassenbauarbeiten zu rechnen. Während des Lagerbetriebs würden vollautomatisch schließende Sicherungssysteme verhindern, dass das unterirdisch verpresste Gas unkontrolliert austritt.