Regulierung

Gaswirtschaft droht mit Entlassungen und Investitionsstopp

Mit Drohungen und Panikmache reagieren die deutschen Netzbetreiber auf die Pläne der Bundesnetzagentur, die Entgelte für die Nutzung von Strom- und Gasnetzen drastisch zu senken. BGW-Chef Michael Feist, gleichzeitig Chef der Stadtwerke Hannover, befürchtet Massenentlassungen und Investitionsstopps.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Die Pläne zur Regulierung des deutschen Gasmarktes könnten nach Auffassung der Industrie Arbeitsplätze kosten. Der Präsident des Bundesverbandes der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Michael Feist, warnte in der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe): "Wenn die Bundesnetzagentur ihre Strategie weiterverfolgt, sind mehrere tausend Arbeitsplätze bedroht." Die Gasnetzbetreiber könnten nur noch mit Arbeitsplatzabbau die hohen Effizienz-Anforderungen von Behördenpräsident Matthias Kurth erfüllen. Das könne auch betriebsbedingte Kündigungen einschließen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Kurth, verlange "in zu kurzer Zeit zu viel", kritisierte Feist. Das Vorhaben der Behörde könne dazu führen, dass die Gasversorger zwischen 30 und 50 Prozent ihrer Kosten nicht mehr geltend machen können, wenn es um die Genehmigung der Netzentgelte geht. Das sei "unternehmerisch nicht mehr zu bewältigen".

Feist wirft Chefregulierer Kurth zudem den Versuch vor, "die Grenzen des Energiewirtschaftgesetzes zu überschreiten". Den Netzbetreibern werde keine Chance gelassen, unternehmerisch zu reagieren, sagte Feist, der auch Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover ist. "Am Ende stehen Entlassungen und Investitionsstopps", fügte er hinzu.