"Preisdiktat

Gasversorger wollen Gasverfügung nicht hinnehmen

Mehrere rheinland-pfälzische Gasversorgungsunternehmen wollen sich juristisch gegen die Verfügung der Landeskartellbehörde zur Absenkung ihrer Preise zur Wehr setzen. Die Stadtwerke Neuwied, die Gemeindewerke Haßloch und die Energie Südwest AG aus Landau kündigten Beschwerden an.

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Neuwied (ddp-rps/sm) - Die Landeskartellbehörde als Teil des Wirtschaftsministeriums hatte am Mittwoch Missbrauchsverfügungen gegen die drei Versorger erlassen und diese aufgefordert, ihre Gaspreise zu senken. Diese lagen zwischen 5,4 Prozent und 13,1 Prozent über den Angeboten vergleichbarer Anbieter. Das "Preisdiktat ohne Berücksichtigung der Kosten" könne zu einer Existenzbedrohung für die kleinen und regionalen Energieversorger werden, konterte nun die Geschäftsführung der Stadtwerke Neuwied. Durch die erzwungene Absenkung befürchten die Stadtwerke nach eigenen Angaben Mindereinnahmen in Höhe von 350 000 Euro pro Jahr.

Obwohl von 24 000 Kunden nur etwa 350 betroffen sind, hat auch die Landauer Energie Südwest "vorsorglich Beschwerde" eingelegt. Derzeit sei nicht ersichtlich, ob die Missbrauchsverfügung bereits wirksam sei, trotzdem habe man eine Kanzlei eingeschaltet, sagte der Vorstandschef des Gasversorgers, Eckhard Reeh. Die geringe Zahl der betroffenen Kunden resultiere daraus, dass nur eines der von der Landeskartellbehörde untersuchten Verbrauchssegmente betroffen sei, betonte Reeh.

Die Gemeindewerke Haßloch (GWH) sehen den Angaben zufolge im Verfügungsverfahren der Landeskartellbehörde eine "willkürliche Vorgehensweise". Die Gemeindewerke verfolgten eine langfristige Preisgestaltung. Während andere Versorger bereits zum 1. April und 1. Juli Preiserhöhungen angekündigt hätten, wollten die Gemeindewerke den derzeitigen Preis möglichst bis zum Jahresende beibehalten, teilte der GWH-Aufsichtsrat mit. Deshalb habe sich das Unternehmen für die sofortige Einlegung einer Beschwerde ausgesprochen.