Keine Auskunft

Gasversorger in NRW verzögern offenbar Preisprüfung

Weil die Stadtwerke in Nordrhein-Westfalen nicht konstruktiv mitwirken, wird sich die Entscheidung über ein mögliches Missbrauchsverfahren gegen die Gasversorger weiter verzögern. Seit Dezember läuft eine Preisabfrage der Landeskartellbehörde bei den 140 Gasversorgern, nur ein Viertel der Unternehmen hat bislang geantwortet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Die Entscheidung über ein mögliches Missbrauchsverfahren gegen Gasversorger in Nordrhein-Westfalen wird offenbar durch einige Unternehmen verzögert. "Die Versorger haben nicht konstruktiv an der Sache mitgewirkt", sagte Heike Döll-König vom zuständigen Landeswirtschaftsministerium der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen. Schon seit Dezember laufe eine Preisabfrage der Landeskartellbehörde bei den 140 Gasversorgern an Rhein und Ruhr. Nur ein Viertel der Unternehmen habe bislang darauf geantwortet.

In Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland gibt es nach Angaben des Bundesverbands der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) rund 4,4 Millionen private Gas-Haushalte. Die nordrhein-westfälische Landeskartellbehörde will prüfen, ob die jüngsten Gaspreiserhöhungen gerechtfertigt sind. Die Wettbewerbshüter könnten ein förmliches Missbrauchsverfahren gegen die Versorger einleiten und Preissenkungen anmahnen.

Betroffen von der Prüfung sind vor allem Stadtwerke. Ursprünglich sollte schon in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen. Nun strebt das Ministerium diesen Schritt bis Mitte März an. Das Landeskartellamt hat die säumigen Versorger mittlerweile ermahnt, auf die behördliche Anfrage zu antworten.