Anstieg

Gasversorger erhöhen Preise zum 1. Oktober [Upd.]

Zum Start der Heizsaison müssen viele Verbraucher höhere Gaspreise zahlen. "Angesichts der immer noch steigenden Beschaffungskosten werden einige deutsche Gasversorger die Preise zum 1. Oktober erhöhen", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW).

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Wetzlar (ddp/sm) - Deutschlands größter Gaskonzern Eon-Ruhrgas will danach zum 1. Oktober die Preise anheben. "Es kommt zu Anpassungen", sagte Unternehmenssprecherin Astrid Zimmermann der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Sie verwies auf die zuletzt "dramatischen Preissteigerungen" auf den internationalen Energiemärkten. Auch ein Sprecher des Gasversorgers RWE Energy in Dortmund verwies auf "gestiegene Beschaffungskosten" und wollte Preisanhebungen nicht ausschließen. "Es wird gerechnet", sagte er.

Die RWE Westfalen-Weser-Ems AG, die eine Regionalgesellschaft von RWE Energy ist, schloss eine Erhöhung der Erdgaspreise zum 1. Oktober jedoch aus. Zwar hätte der Gaspreis für die rund 400 000 Haushalts- und Kleingewerbekunden wegen der gestiegenen Bezugspreise erhöht werden müssen. Aufgrund der noch ausstehenden Genehmigung der Bundesnetzagentur über die Höhe der Entgelte für die Gasnetze sei darauf jedoch verzichtet worden.

Da nach einer Entscheidung der Behörde die Gasnetzentgelte wieder sinken könnten, plane RWE Westfalen-Weser-Ems zunächst keine Preiserhöhung. "Unsere Kunden sollen nicht durch ein kurzfristiges Auf und Ab der Preise verunsichert werden. Daher setzen wir die eigentlich notwendige Preisanpassung zum 1. Oktober 2006 aus", sagte Vertriebsvorstand Hanns-Ferdinand Müller.

Die Stadtwerke Herne erhöhen dem Blatt zufolge die Gaspreise zum 1. Oktober um 6,9 Prozent. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden betrage die monatliche Mehrbelastung knapp 7,70 Euro. Bei den Stadtwerken Bochum diskutiere der Aufsichtsrat eine Preiserhöhung in ähnlicher Größenordung.

Der ostsächsische Energieversorger Enso und mehrere Stadtwerke wie Zittau und Pirna erhöhen laut einem Zeitungsbericht zum Oktober den Erdgaspreis um rund zwei Prozent. Als Alternative bieten sie ihren Kunden Festpreise für ein Jahr, wie die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" berichtet. Der Bund der Energieverbraucher riet wie in der Vergangenheit, der Preiserhöhung zu widersprechen.

Die Dresdner Stadtwerke haben noch nicht entschieden, ob sie sich der Preiserhöhung zum Oktober anschließen. Der große Regionalversorger Mitgas will abwarten, bis die Behörden über die beantragten Preise für die Leitungen entschieden haben.

Enso befindet sich zur Zeit im Rechtsstreit mit Kunden, die gegen eine frühere Gaspreis-Erhöhung geklagt hatte. Das Landgericht Dresden hatte in seiner Entscheidung vom 30. Juni alle Preisanhebungen für unwirksam erklärt, Enso war dagegen vor dem Oberlandesgericht in Berufung gegangen.

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) und die AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen in Gevelsberg kündigten Erhöhungen von fast zwei Prozent an.

Wie Stadtwerke München (SWM) mitteilen, wird es bei ihnen ebenfalls zu Preissteigerungen zum 1.Oktober kommen. Für einen durchschnittlichen Münchener Zwei-Personen-Haushalt erhöht sich nach einer Berechnung der SWM der Erdgaspreis um etwa 4,1 Prozent. Allerdings bietet der Energieversorger ab dem gleichen Datum auch eine Sparmöglichkeit an: mit dem Tarif "M-Erdgas Internet" erhalten die Kunden einen Rabatt von drei Prozent auf die Jahresrechnung. Hier gibt es wichtige Voraussetzungen. So ist die Abschlagszahlung zu Beginn des Abrechnungsjahres in voller Höhe zu bezahlen, die Teilnahme am Lastschrifteinzugsverfahren ist Pflicht und es ist ausschließlich der Online-Service (z.B. für Zählerstandsmeldungen, Bankdatenänderung) zu nutzen. Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten der SWM.