Eingeleitet

Gaspreise: Kartellverfahren gegen sechs Stadtwerke

Die Landeskartellbehörde in Sachsen-Anhalt geht gegen zu hohe Gaspreise vor. Gegen sechs Stadtwerke wurde ein Kartellverwaltungsverfahren eingeleitet, wie das Wirtschaftsministerium jetzt in Magdeburg mitteilte. Die Preise der betroffenen Unternehmen lägen mehr als 20 Prozent über den günstigsten Anbietern.

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Magdeburg (ddp/sm) - Betroffen sind die Stadtwerke Zeitz, Weißenfels, Burg, die Städtischen Werke Wittenberg sowie die Technischen Werke Naumburg und die Köthen Energie. Die Preise dieser Stadtwerke lägen mehr als 20 Prozent über dem Niveau des günstigsten Anbieters in Sachsen-Anhalt und eines vergleichbaren Anbieters in Ostdeutschland.

Die Unternehmen würden zuerst abgemahnt. Sie könnten bis Ende Februar Stellung nehmen, betonte das Ministerium. Die Landeskartellbehörde setze in erster Linie auf Verhandlungen. "Uns ist daran gelegen, dass wir schnell zu einer Einigung im Sinne der Verbraucher kommen. Dieses Gesprächsangebot sollten die Stadtwerke nutzen", betonte Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP).

Wie die "Magdeburger Volksstimme" berichtet, wurde der Geschäftsführer der Stadtwerke Burg, Walter Schulz, noch nicht über das Verfahren informiert. Das Unternehmen habe lediglich die gestiegenen Preise der Gaslieferanten weitergegeben, versicherte Schulz.

Die Landeskartellbehörde hatte im Herbst mit allen anderen Landeskartellbehörden und dem Bundeskartellamt die Gaspreise untersucht. Diese Erhebung wurde Anfang Januar aktualisiert. Günstigster Anbieter unter den Stadtwerken sind die Städtischen Werke Magdeburg mit 4,78 Cent pro Kilowattstunde. Die Stadtwerke Zeitz hingegen als teuerster Anbieter liegen den Angaben zufolge mit 6,04 Cent pro Kilowattstunde um 26,3 Prozent über diesem Preis.