Bund der Energieverbraucher

Gaspreise: Bis zu 30 Prozent Unterschied

Die geplante Erhöhung der Gaspreise in weiten Teilen Deutschlands sorgt für viel Unruhe. Der Bund der Energieversorger hat sich jetzt die Mühe gemacht, die Gaspreise aus 30 Städten zusammenzutragen und zu vergleichen. Damit wollen die Verbraucherschützer ihren Aufruf untermauern, die Erhöhungen nicht zu bezahlen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (red) - Die Gaspreise für Haushalte unterscheiden sich regional um bis zu 30 Prozent. Das hat der Bund der Energieverbraucher nach einer Untersuchung der festgestellt. Der Unterschied zwischen Oldenburg und Saarbrücken betrage für einen Haushalt fast 300 Euro im Jahr.

In Oldenburg kostete nach Informationen der Verbraucherschützer die Kilowattstunde Gas bisher 3,9 Cent und in Saarbrücken 5,04 Cent. Die extremen Preisunterschiede für ein und dieselbe Energiemenge würden belegen, dass mit den Gaspreisen etwas nicht stimmt, moniert der Bund der Energieverbraucher, der im Internet die Gaspreise von 30 Städten veröffentlicht hat.

Auch die Entwicklung der Gaspreise verlaufe regional sehr verschieden, was eine Auswertung der Preisentwicklung in den 30 Städten über die vergangenen drei Jahre ergibt. Die Gasversorger in einigen Städten würden im Vergleich zum Bundesmittel mit den Gaspreisen nach oben gehen, wie z.B. Schwerin, Bremen und Augsburg. Andere Versorger machten das Gas günstiger im Vergleich zum Bundesmittel, wie z.B. in Lübeck, Bonn, Eisenach, Koblenz und Nürnberg.

Aus diesem Vergleich der regionalen mit der bundesdurchschnittlichen Gaspreisentwicklung hat der Bund der Energieverbraucher einen Index ermittelt. Bremen hat demnach z.B. einen Index von 5,2. Das bedeute, dass die Gaspreise in Bremen zwischen Juli 2002 und Juli 2003 sowie zwischen Juli 2003 und Juli 2004 um 5,2 Prozent stärker gestiegen sind, als der bundesdurchschnittliche Gaspreis. Zwei Beispiele verdeutlichen den Entwicklungsindex: Die Gaspreise in Augsburg (Entwicklungsindex: + 6,2) lagen 2002 noch unter Bundesdurchschnitt und sind 2004 um 5,2 Prozent höher als der Bundesschnitt. Die Gaspreise in Koblenz (Entwicklungsindex: - 7,6) lagen 2002 noch deutlich über Bundesdurchschnitt und im Jahr 2004 um 3,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Bei der Bewertung derzeitiger Gaspreissteigerungen sollte sowohl das Niveau als auch die Preistendenz der Vergangenheit betrachtet werden. Die viel kritisierte EWE in Oldenburg lag mit ihren Preisen vor der Erhöhung um 13,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. In dieser Situation wäre eine Weitergabe der Preissteigerungen des Vorlieferanten, d.h. eine Preissteigerung um zwei Prozent plausibel. In Saarbrücken mit einem derzeit um zwölf Prozent über dem Bundesschnitt liegenden Gaspreis, der in den vergangenen zwei Jahren auch noch stärker als der Bundesschnitt gestiegen ist, wären höhere Bezugskosten fairerweise vom Gasversorger zu tragen. Ähnlich kritisch wären z.B. Gaspreissteigerungen in Augsburg zu beurteilen, teilte der Bund der Energieverbraucher mit.