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Gaspreise: Anstieg zum Jahreswechsel und neue Netzentgeltbescheide

Die Mehrwertsteuererhöhung wirkt sich auf die Gaspreise aus. Obwohl Versorger wie die Mitgas stabile oder gar wie die Wuppertaler Stadtwerke gesenkte Nettopreise ankündigen, kommt es für Verbraucher zum Preisanstieg. Inzwischen hat die Bundesnetzagentur die Gasnetzentgelte der E.ON Avacon gekürzt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Kabelsketal/Wuppertal/Bonn (red) - Die Mitgas Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH will nach eigenen Angaben ihre Gaspreise nicht erhöhen. Die Nettopreise blieben zum 1. Januar 2007 unverändert, lediglich die höhere Mehrwertsteuer werde an die Kunden weitergegeben, sagte Mitgas-Geschäftsführer Jens Horn am Donnerstag in Kabelsketal. Die Kilowattstunde Erdgas koste für den durchschnittlichen Heizgaskunden statt 6,01 Cent dann 6,16 Cent brutto. Der Grundpreis erhöhe sich für diesen Kunden von 142,68 Euro auf 146,37 Euro brutto.

Mitgas habe zuletzt zum Jahreswechsel 2005/2006 die Preise für Haushalts- und Kleingewerbekunden angehoben. Seitdem hätten sich aber die Einkaufskosten für das Unternehmen weiter erhöht.

Mitgas ist nach eigenen Angaben der größte regionale Gasversorger in den neuen Bundesländern. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen versorgt das Unternehmen rund 187 000 Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden mit Erdgas, Flüssiggas und Wärme. Das Unternehmen beliefert außerdem 19 Stadtwerke der Region mit Erdgas.

Obwohl die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) ab dem 1. Januar 2007 ihre Gaspreise um rund 1,7 Prozent senken, haben ihre Kunde wegen der gestiegenen Mehrwertsteuer nur wenig davon. Anstatt einer Reduzierung von circa 1,67 Euro je Monat ohne die Mehrwertsteuererhöhung muss der typische Vollversorgungskunde jetzt rund 93 Cent pro Monat mehr bezahlen, so dass Versorgungsunternehmen.

Allerdings können die Preissenkungen auf den Rohölmärkten durchaus als Trendwende verstanden werden, so dass die WSW auch für den nächsten Anpassungszeitpunkt im April 2007 mit einem weiteren Sinken der Gaspreise rechnen.

Unterdessen hat die Bundesnetzagentur die Gasnetzentgelte der E.ON Avacon AG für deren Netze genehmigt. Bei dem von E.ON Avacon in Niedersachsen betriebenen Regionalnetz betrug die Kürzung der Regulierungsbehörde 16,5 Prozent; beim regionalen Verteilernetz des Unternehmens in Sachsen- Anhalt Netz wurden 15 Prozent des geltend gemachten Kostenblocks nicht anerkannt. Bezogen auf das örtliche Verteilernetz in Niedersachsen kürzte die Bundesnetzagentur die beantragten Entgelte um 10,7 Prozent und beim örtlichen Verteilernetz in Sachsen-Anhalt waren 13,1 Prozent nicht anerkennungsfähig.

Die genehmigten Entgelte sind nach Behördenangaben ab sofort anzuwenden und haben eine Laufzeit bis 31. März 2008.

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