Stockende Gespräche

Gasnetzöffnung zum 1. Oktober immer unwahrscheinlicher

Zum 1. Juni will die Bundesnetzagentur Vertragsentwürfe für den diskriminierungsfreien Zugang zum Gasnetz vorlegen. Dazu müssten sich allerdings Netzbetreiber (etablierte Gasversorger) und Netznutzer (neue Anbieter) über die Eckpunkte einigen. Danach sieht es aber momentan nicht aus.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (red) - Die Verständigung zwischen Netzbetreibern und Netznutzern auf ein Modell, das den Zugang zu den Gasnetzen regelt, scheint schwieriger zu sein als erwartet. Wie das "Handelsblatt" in dieser Woche berichtete sind die von der Bundesnetzagentur moderierten Gespräche ins Stocken geraten.

Seit Monaten versuchen sich die neuen Gasanbieter mit den etablierten Gasversorgern über ein faires und wettbewerbsförderliches Zugangsmodell zu einigen, bisher vergeblich. Das Angebot des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), in dem die Gasversorger mit eigenem Netz zusammengeschlossen sind, sei unzureichend, bemängelte der für die neuen Anbieter zuständige BNE. Die Blockadehaltung müsse möglichst zügig aufgegeben werden, damit der Wettbewerb im Gasbereich planmäßig zum 1. Oktober starten könne.

Offenbar empfindet auch die Bundesnetzagentur die BGW-Vorschläge als nicht zufriedenstellend. Das "Handelsblatt" zitiert aus einem Schreiben an den BGW, in dem die Behörde die vorgeschlagene Vertragsstruktur als "zu wenig übersichtlich", die Regelungen zum Lieferantenwechsel als "sehr kompliziert" und teilweise vom "Rechtsrahmen abweichend" kritisierte. Dennoch sei man optimistisch, den Zeitplan einhalten und bis zum 1. Juni erste Vorschläge vorlegen zu können, schreibt das "Handelsblatt" weiter.

Der BGW indes ist von Fortschrittlichkeit seiner Vorschläge überzeugt: Sie gingen "deutlich" über die getzlichen Anforderungen hinaus, sagte ein BGW-Sprecher gegenüber der Zeitung.

Weiterführende Links