Zeitungsbericht

Gasbranche uneins über Umgang mit Bundeskartellamt

Während E.ON Ruhrgas auf den Vorstoß des Bundeskartellamts, langfristige Lieferverträge zu verbieten, mit einer Klageandrohung reagierte, hofft der Gaslieferant VNG auf eine einvernehmliche Lösung. Auch die Gasag denke nicht an eine Klage, die BASF-Tochter Wingas begrüßte die Initiative des Kartellamts sogar.

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Berlin (ddp/sm) - Die vom größten deutschen Erdgas-Importeur E.ON Ruhrgas angedrohte Klage gegen das Bundeskartellamt ist in der Branche einem Zeitungsbericht zufolge äußerst umstritten. So will der ostdeutsche Gaslieferant VNG mit einer Klage nichts zu tun haben. "Wir werden uns um eine einvernehmliche Lösung mit dem Kartellamt bemühen", sagte ein Sprecher dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). "Wir sind dabei ziemlich optimistisch", fügte er hinzu.

Auch der Berliner Versorger Gasag denkt dem Bericht zufolge nicht an eine Klage. "Das ist eine Sache der Importeure", sagte ein Sprecher der Zeitung. "Wir selbst warten erst einmal ab", ergänzte er. Bei der BASF-Tochter Wingas sei man noch weiter von der E.ON-Position entfernt. "Wir begrüßen die Initiative des Kartellamts ausdrücklich", sagte ein Sprecher. Wingas, selbst erst seit 15 Jahren am Markt, habe für mehr Wettbewerb stets kürzere Lieferverträge gefordert.

Das Bundeskartellamt hatte kürzere Laufzeiten für die Lieferverträge zwischen Gasimporteuren und Stadtwerken gefordert. Die Behörde hält die Verträge mit Laufzeiten von teilweise 20 Jahren für unzulässig, da sie den Wettbewerb verhinderten. Laut Kartellamtschef Ulf Böge führt die Behörde derzeit Gespräche mit den Versorgern über Alternativen. E.ON-Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann hatte gestern in einem Interview mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung gedroht.