Entschieden

Gasanbieter sollen mehr Konkurrenz bekommen

Die Bundesregierung hat am Mittwoch mehrere Regelungen für mehr Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt auf den Weg gebracht. Das Kabinett verabschiedete die Novelle der Gasnetzzugangsverordnung, die in den kommenden Wochen noch vor Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober in Kraft treten soll.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Ziel ist ein einfacherer Zugang zu den Gasnetzen, um Markteintrittsbarrieren für neue Gasanbieter aufzuheben. "Ich erwarte, dass die neue Gasnetzzugangsverordnung zu deutlich mehr Bewegung auf dem bisher recht trägen deutschen Gasmarkt führt", erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP).

Die wichtigsten Instrumente der Verordnung sind die Verringerung der Gasmarktgebiete, die Erleichterung des Zugangs zu knappen Transportkapazitäten und ein bevorzugter Netzanschluss von Gaskraftwerken. So sollen die Gasmarktgebiete von derzeit sechs auf drei bis zum Jahr 2011 und auf maximal zwei Gebiete bis 2013 reduziert werden. Für Lieferanten und Gasanbieter stellten die vielen Gasmarktgebiete bislang ein Hindernis bei der Belieferung von bundesweiten Kunden dar.

Transportkapazitäten sollen nach der neuen Verordnung künftig diskriminierungsfrei versteigert werden. Nach dem Modell der Kraftwerksnetzanschlussverordnung im Strombereich erhalten Betreiber von Gaskraftwerken künftig das Recht, Kapazitäten gegen angemessene Gebühr für maximal drei Jahre zu reservieren.

Darüber hinaus ist in der Gasnetzzugangsverordnung erstmals die vorrangige Einspeisung von Biogas festgeschrieben.