Kein Ende in Sicht

Gas wird auch 2006 teurer

Die Verbraucher in Deutschland müssen Anfang 2006 mit weiter steigenden Gaspreisen rechnen. "Um weitere Tarifanhebungen werden wir nicht umhin kommen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Martin Weyand, dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe).

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Berlin (ddp/sm) -Auch ein Sprecher des Ferngasunternehmens VNG bestätigte, dass auf die Endkunden weitere Preisrunden zukommen werden. "Nach unseren Erkenntnissen wird sich das im zweistelligen Prozentbereich bewegen", sagte er.

Weyand zufolge ist der Importpreis für Erdgas nach Angaben der Zeitung von Januar 2004 bis Oktober 2005 um fast 60 Prozent gestiegen. "Das treibt die Bezugskosten der Versorgungsunternehmen in die Höhe", sagte er dem Blatt. Diese müssten an die Endverbraucher weitergegeben werden. Weil sich der Gaspreis mit sechs Monaten Verzögerung am Ölpreis orientiert, sei vorerst mit keiner Entspannung zu rechnen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die derzeitige Preisphase bis in das Jahr 2006 hinein andauert", sagte Weyand.

Wie das Statistische Bundesamt unterdessen mitteilte, betrug im Jahr 2004 der vorläufige Grenzpreis für Gas 2,82 Cent je Kilowattstunde. Der Grenzpreis sei gesetzlich definiert als Durchschnittserlös je Kilowattstunde aus den Lieferungen von Gas an alle Letztverbraucher und werde ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Im Vergleich zum Jahr 2003 sei der Grenzpreis konstant geblieben, seit 2000 sei er jedoch um 28 Prozent gestiegen. Im Jahr 2001 erreichte er mit 2,86 Cent pro Kilowattstunde den bislang höchsten Wert.

Der Grenzpreis dient den Energieversorgungsunternehmen als Grundlage zur Berechnung der Konzessionsabgaben. Dies sind Entgelte, die die Energieversorgungsunternehmen den Gemeinden für die Einräumung des Rechts zur unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern mit Gas zahlen müssen.