Energiepreise

Gas- und Stromsperren: Für viele sind die Preise zu hoch

Die Temperatur draußen sinkt merklich und in Deutschland geht die Heizung an. So ist es aber nicht in allen Haushalten, etwa bei Familie Ruland. In der Arbeitslosigkeit kam es zu einem Streit mit dem Jobcenter und zu einer Sperrung durch den Gasanbieter.

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Ettringen (red) – Bereits seit dem Frühjahr kann Familie Ruland aus Ettringen die Heizung nicht mehr anstellen. Der Energieversorger stoppte die Gasversorgung, nachdem die Rechnungen für das Gas nicht mehr bezahlt wurden. Was möglicherweise zuvor kein großes Problem darstellte, dürfte angesichts des einbrechenden Winters eine der größten Sorgen von Kay Ruland, Vater von vier Kindern, sein. Hintergrund ist eine scheinbar nicht enden wollende Schuldenspirale.

Wohnung entspricht nicht den Vorgaben des Jobcenters

Familie Ruland erhält zur Sicherung des Lebensunterhaltes Leistungen vom Jobcenter Mayen. Und die haben ihre Bestimmungen: Sechs Personen stehen monatlich 470,40 Euro und höchstens 120 Quadratmeter an Wohnraum zu. Die Familie lebt aber in einem Haus mit ca. 150 Quadratmetern, die Kaltmiete liegt bei 650 Euro. Als Folge werden die übrigen Leistungen an die Familie um den Differenzbetrag gekürzt, berichtet rhein-zeitung.de. Für die Familie wird die Situation dadurch immer schwieriger. Kay Ruland kann die Miete nicht mehr zahlen. Infolge der Zahlungsrückstände wurde der Mietvertrag für das Haus gekündigt und der Energieversorger drehte den Gashahn ab. Indessen versucht der Familienvater in der Vordereifel eine Bleibe zu finden, die die Bestimmungen des Jobcenters erfüllt. Bisher ohne Erfolg: "Ich versuche zu beweisen, dass es eine solche Wohnung für diesen Preis nicht gibt", sagt Herr Ruland. Die unrealistischen Zahlen habe auch ein Immobilienmakler bereits bestätigt.

Zum 30. September hätte die Familie das Haus aufgrund einer Räumungsklage verlassen müssen. Wie es weitergehen soll, weiß der Familienvater nicht. Zwar wolle er eine neue Wohnung finden, allerdings seien die Arbeitslosigkeit und weitere Faktoren erschwerend. Das Jobcenter bietet weiterhin Unterstützung an: "Die intensive und ernsthafte Suche nach einer angemessenen Wohnung ist dringend notwendig, um die Notlage abzuwenden. Da ein Umzug erforderlich ist, würde die Familie Ruland für eine neue kostenangemessene Wohnung auch dabei unterstützt werden. Auch der Abschluss eines neuen Energielieferungsvertrages wäre dann wohl möglich", so die entsprechende Stellungnahme.

345.000 Stromsperren im vergangenen Jahr

Familie Ruland scheint bei weitem nicht die einzige Familie zu sein, die ihre Energierechnung nicht bezahlen kann. Laut Spiegel Online wurde bei 345.000 Kunden im vergangenen Jahr der Strom zeitweise abgestellt. Das sind 23.000 mehr als 2012. Hauptursache seien die steigenden Energiepreise.

Für viele Verbraucher könnte die Energierechnung deutlich niedriger sein, wenn sie zu einem günstigeren Gasanbieter wechseln würden. Unser Gasrechner zeigt an, wie hoch die Einsparungen pro Jahr sein könnten.