Entscheidung heute?

Gas Natural will angeblich Gebot für Endesa zurückziehen

Die geplante Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch die deutsche E.ON könnte einfacher werden als bislang gedacht. Wie die spanische Nachrichtenagentur Efe am Mittwoch aus Branchenkreisen berichtete, will der in Barcelona ansässige Gas-Natural-Konzern sein Übernahmeangebot zurückziehen.

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Madrid/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Verwaltungsrat von Gas Natural wolle das am Donnerstag auf einer Sitzung entscheiden. Damit hätte die Düsseldorfer E.ON AG freie Bahn. E.ON bietet bislang 36,5 Milliarden Euro für Endesa, Gas Natural 24,0 Milliarden Euro. Bis Freitag müssen die endgültigen Offerten vorgelegt werden.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Europäische Kommission hat gegen Spanien das angekündigte Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Spanien muss nun erklären, warum es die Entscheidungen der EU-Kommission über die Rücknahme bestimmter Bedingungen, die die spanische Energieregulierungsbehörde CNE E.ON im Hinblick auf eine Übernahme von Endesa im Juli 2006 gestellt hatte, nicht eingehalten hat. Letzteres gilt auch für bestimmte weitere Bedingungen, die E.ON durch eine Ministerialentscheidung vom 3. November 2006 auferlegt wurden.

Die Kommission hatte die fraglichen Bedingungen in ihren Entscheidungen vom 26. September und 20. Dezember 2006 als unrechtmäßig erklärt, weil sie gegen Artikel 21 der EU-Fusionskontrollverordnung verstoßen. Entscheidungen haben unmittelbar bindende Wirkung.

Erhält die EU-Kommission nun nicht innerhalb von 15 Arbeitstagen eine zufriedenstellende Antwort, kann sie beschließen, Spanien förmlich zur Einhaltung der beiden Entscheidungen nach Artikel 21 aufzufordern. Diese Aufforderung würde dann in Form einer "mit Gründen versehenen Stellungnahme" ergehen, die die zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens darstellt.