"Keine Energiearmut"

Gabriel: Stromversorger sollen Sozialtarif anbieten

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Energieversorger aufgerufen, flächendeckend Sozialtarife für Geringverdiener anzubieten. Der Preisanstieg für Energie sei ein "ernstes Problem" für Niedrigverdiener, so Gabriel im Bundestag. Verbraucherschützer begrüßen den Vorschlag.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - In einem reichen Land wie Deutschland dürfe es keine Energie- und Brennstoffarmut geben. Die Energieversorger hätten Milliarden verdient. Der Minister erinnerte die Unternehmen an die Maßgabe im Grundgesetz, wonach Eigentum auch zum Wohle der Allgemeinheit verpflichtet sei.

Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, begrüßt den Vorschlag ausdrücklich: "Endlich ist die soziale Dimension der hohen und steigenden Energiepreise bei der Politik angekommen." Gerade Geringverdiener hätten unter dem starken Anstieg der Strompreise zu leiden. Die steigenden Preise bei gleichzeitig "explodierenden Gewinnen" seien "ein sozialer Skandal, der nicht länger hingenommen werden kann". Daher fordert Billen, die Sozialtarife aus den Gewinnen der Stromkonzerne zu finanzieren. Jedoch dürften die Mehrkosten nicht auf die Gesamtheit der Verbraucher umgelegt werden.

Einzelne E.ON-Regionalgesellschaften bieten bereits Sozialtarife an, diese sind allerdings nur befristet. Laut Gabriel müssen hier weitere Schritte folgen.