Strommengenübertragung

Gabriel soll längere Laufzeiten für ältere KKW zugesagt haben

In diesen Tagen ist offensichtlich eine Notiz über ein Gespräch zwischen Umweltminister Gabriel, Wirtschaftsminister Glos und Vattenfall-Chef Rauscher aufgetaucht. Demnach haben sie drei Tage vor Weihnachten eine Übertragung von Reststrommengen von neuen auf ältere Kraftwerke vereinbart.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) soll nach Darstellung der Energiewirtschaft den Betreibern von älteren deutschen Kernkraftwerken eine längere Laufzeit zugesagt haben. Dies gehe aus einer Gesprächsnotiz des Verbands der Verbundunternehmen und regionalen Energieversorger (VRE) hervor, berichtet heute die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) unter Berufung auf das Papier.

Die Notiz beschreibe ein Gespräch drei Tage vor Weihnachten 2005 zwischen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und dem Chef von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher. Glos berichte darin von "Nachkoalitionsverhandlungen", heiße es in der Notiz vom 21. Dezember 2005. Gabriel habe zugesagt, die Übertragung von Reststrommengen mitzutragen.

Bei der angeblichen Zusage geht es dem Blatt zufolge um eine Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke Biblis A und Neckarwestheim I. Die Unternehmen EnBW und RWE wollten beantragen, Reststrommengen von jüngeren Reaktoren auf die beiden Anlagen zu übertragen, um deren Abschaltung in dieser Legislaturperiode zu vermeiden.

Öffentlich hat Gabriel eine solche Übertragung bisher immer abgelehnt. Gegenüber der Zeitung hätten sowohl Gabriel als auch Glos der Darstellung der Gesprächsnotiz bestritten. Vattenfall habe dazu nicht Stellung nehmen wollen.