Kein Problem

Gabriel sieht keine Versorgungslücke durch Atomausstieg

Der Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft zur Stromerzeugung führt laut Umweltminister Sigmar Gabriel nicht zu einer Versorgungslücke. Er erwartet, dass Deutschland bis zum Jahr 2020 etwa ein Viertel seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien deckt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ist davon überzeugt, dass durch den Atomausstieg keine Versorgungslücke entsteht. "Was die Reaktoren produzieren, die bis 2012 vom Netz gehen, wird locker durch den Zuwachs an konventionellen Kraftwerken und durch erneuerbare Energien aufgefangen", sagte Gabriel der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe).

Bei der Energieversorgung misst der Minister Kohle auch künftig "eine wichtige Rolle" zu. Bis 2020 werde ein Viertel des Strombedarfs in Deutschland durch erneuerbare Energien wie Wasser-, Wind-, oder Sonnenkraft gedeckt. "Für den verbleibenden Anteil brauchen wir hocheffiziente Kohle- und Gaskraftwerke", betonte er.

Gabriel hofft, dass von den derzeitigen internationalen Klimaschutzberatungen in Bonn positive Signale an die Wirtschaft ausgehen. "Aktiver Klimaschutz bringt Wettbewerbsvorteile und schafft Arbeitsplätze", unterstrich der SPD-Politiker. Zur weiteren Senkung des Ausstoßes von Kohlendioxid will der Umweltminister den so genannten Emissionshandel "noch einfacher, transparenter und berechenbarer" machen. Um neun Millionen Tonnen sei der Kohlendioxid-Ausstoß allein 2005 gesenkt worden.