"Atomalarm überzogen"

Gabriel sieht keine Gefahr für Deutschland nach Reaktorunfall

Nach dem Zwischenfall im slowenischen AKW Krsko hat Umweltminister Gabriel Entwarnung für Deutschland gegeben. Aus dem Reaktorgebäude sei nach Auskunft der slowenischen Behörden keine Radioaktivität ausgetreten, sagte er gestern in den ARD-"Tagesthemen". Für die deutsche Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

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Hamburg (ddp/sm) - Die EU-Kommission hatte in Brüssel mitgeteilt, aus dem primären Kühlsystem des Kernkraftwerkes im Südwesten des Landes sei Kühlflüssigkeit ausgetreten. Nach Angaben der slowenischen Behörden war das Kraftwerk um 19.30 Uhr bereits komplett eruntergefahren. Das relativ kleine Leck sei abgedichtet worden. Es habe keine Belastung der Umwelt gegeben.

Gabriel sagte, die deutschen Behörden hätten beim Wetterdienst angefragt, ob eventuell austretende Radioaktivität vom Wind nach Deutschland getragen werden könne. Auch das Lagezentrum des Bundesinnenministeriums sei informiert gewesen. Im Fall einer Gefährdung hätten die Behörden entsprechende Maßnahmen in Gang gesetzt.

Zugleich kritisierte er Medienberichte, nach denen es einen "europaweiten Atomalarm" gegeben habe. Eine solche Maßnahme existiere gar nicht. Es gebe ein Informationssystem für solche Fälle, mit dem alle zuständigen Behörden unterrichtet würden. Dies als Atomalarm zu bezeichnen, halte er für "ein bisschen überzogen". Immerhin habe man feststellen können, dass das System funktioniere.