Verweis auf EU-Mitgliedsstaaten

Gabriel sieht Deutschland bei Kernkraft nicht isoliert

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie sich auf dem G8-Gipfel in Sankt Petersburg für Alternativen zur Atomenergie einsetzt. Gabriel sagte am Freitag im Deutschlandradio Kultur, die reichen Industrienationen seien weit von einer effizienten Energienutzung entfernt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Auch beim Ausbau von erneuerbaren Energien und der Entwicklung von Kohlendioxid-freien Kraftwerken sei man erst am Anfang. Das seien nur einige Beispiele, die Deutschland auf dem G8-Gipfel vortragen und dafür auch Partner finden könne.

Gabriel räumte ein, dass Deutschland im Rahmen der G8 als einzige Nation massiv auf den Atomausstieg dringe. In der Europäischen Union sei das aber ganz anders. So nutzten 17 der 25 EU-Mitgliedstaaten die Atomenergie nicht oder hätten Ausstiegsbeschlüsse. "Es ist keinesfalls so, dass Deutschland da isoliert ist", betonte Gabriel. Gestern hatte, wie berichtet, Fritz Varenholt, Vorstandschef des Windkraftkonzerns Repower Systems, den deutschen Atomausstieg als "weltweiten Alleingang" bezeichnet.

Energiefragen stehen im Mittelpunkt des G8-Gipfels von Samstag bis Montag in Sankt Petersburg. Die Partner wollen dort aber einen Kompromiss erreichen, der auch die deutschen Interessen berücksichtigt. US-Präsident George W. Bush hatte sich vor wenigen Tagen allerdings für einen weltweiten Ausbau der Atomkraft ausgesprochen.