Positiv

Gabriel sieht Deutschland bei erneuerbaren Energien auf gutem Kurs

Bundesumweltminister Gabriel sieht im Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland eine "gewaltige Erfolgsstory". Die für 2010 gesteckte Ziel bei der Nutzung regenerativer Energien werde bereits in diesem Jahr übertroffen. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich stieg auf über 200.000.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung hat im vergangenen Jahr bei 11,8 Prozent gelegen, erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gestern in Berlin. Er sei sich sicher, dass das im schwarz-roten Koalitionsvertrag für 2010 vorgegebene Ziel eines Anteils von mindestens 12,5 Prozent bereits in diesem Jahr überschritten werde. Bis 2020 könne ein Anteil von 27 Prozent erreicht werden und damit deutlich mehr als die im Koalitionsvertrag vorgesehenen 20 Prozent.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch ist laut Bundesumweltministerium von rund 4,7 Prozent in 2005 auf etwa 5,3 Prozent in 2006 angestiegen und hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Zugleich konnten durch die Nutzung regenerativer Energien im vergangenen Jahr CO2-Emissionen von insgesamt rund 97 Millionen Tonnen vermieden werden.

Gabriel unterstrich zugleich, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien mittlerweile auf 214 000 Beschäftigte gestiegen sei. "Wir haben hier einen richtigen Beschäftigungsmotor", unterstrich der Umweltminister.

Unter Verweis auf eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) betonte der Ressortchef, dass der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland an der Primärenergie bis 2020 auf 16 Prozent ansteigen könne. Dies zeige, dass die Klimaschutzziele Deutschlands parallel zum Atomausstieg erreicht werden könnten. Es gebe "also keinen Grund, den Atomausstiegkurs zu verlassen", bekräftigte Gabriel.

Der DLR-Studie zufolge kann der Anteil der erneuerbaren Energien an der Strombereitstellung bis 2030 auf 45 Prozent und bis 2050 auf 77 Prozent steigen. Zusammen mit einer besseren Energieeffizienz könnten die erneuerbaren Energien bis zur Jahrhundertmitte eine CO2-Minderung um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 erreichen.

Der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell kritisierte die in der Studie formulierten CO2-Einsparungsziele als nicht weitgehend genug. Schließlich habe auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltfragen unlängst betont, dass weltweit bis 2025 zwei Drittel der gesamten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bestritten werden könnten, sagte Fell. Dazu müsse aber Gabriel davon abrücken, den Neubau von Kohlekraftwerken zu unterstützen.