Keine Laufzeitverlängerung

Gabriel schwört SPD-Abgeordnete auf Festhalten am Atomausstieg ein

Trotz wochenlanger Attacken der Union bleibt die SPD beim Atomausstieg hart. In einem Brief an die SPD-Bundestagsabgeordneten warnte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eindringlich davor, sich auf längere Kernkraft-Laufzeiten einzulassen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - "Die Risiken durch den Betrieb der Atomkraftwerke, die Gefahren durch die Verbreitung von waffenfähigem Nuklearmaterial und die ungelöste Endlagerfrage sind nach wie vor die tragenden Gründe, um am Ausstieg festzuhalten", zitiert das Blatt aus dem Brief Gabriels. Zudem bestehe das Risiko eines terroristischen Flugzeugangriffs auf Atomkraftwerke.

Weder für den Klimaschutz noch der hohen Strompreise wegen brauche Deutschland die Reaktoren. Zum einen werde Deutschland trotz Atomkonsens bis 2020 die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent senken können - etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energien und effizientere Kraftwerke. Zum anderen würden längere Laufzeiten die Kalkulation der Stromkonzerne kaum verändern, die Preiseffekte seien minimal.

Es sei zudem falsch, von einer Renaissance der Kernkraft zu sprechen, sagte Gabriel. "Richtig ist, dass weltweit jedes Jahr mehr Kernkraftwerke stillgelegt werden als neu gebaut werden."