Keine offenen Fragen

Gabriel schließt Renaissance der Atomkraft in Deutschland aus

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) schließt eine Renaissance der Atomkraft in Deutschland kategorisch aus. Die Energieversorger hätten einen Vertrag unterschrieben, der den Ausstieg klar regele. Er sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern, sagte Gabriel der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe).

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Berlin (ddp/sm) - Die Atomkraftbefürworter bei den Energiekonzernen und in Teilen der Union "werden feststellen müssen, dass der Koalitionsvertrag Bestand hat", betonte der SPD-Politiker und fügte hinzu, es gebe an dieser Stelle keine offene Fragen.

Gabriel sagte, es wäre "fatal, wenn Deutschland und Europa signalisieren würden, das Heil in der Energiepolitik liege im Ausbau der Kernenergie. Wie sollten dann Länder wie Iran oder Nordkorea in ihrem Streben nach dem Status als Atommacht gehindert werden", fragte der Umweltminister.

Die deutsche Atomaufsicht soll laut Gabriel von Beginn des Jahres 2007 an durch externe Experten der Internationalen Atomenergiebehörde überprüft werden. "Die IAEO hat uns zugesagt, zwölf internationale Experten Anfang 2007 nach Deutschland zu entsenden, die das hiesige Management der Atomaufsicht überprüfen werden", sagte der Minister.

Was die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland angeht, kündigte Gabriel ein Konzept noch in diesem Jahr an. "Ich glaube, dass dies eines der großen Themen ist, die die große Koalition bewältigen muss."