Gravierende Fehler

Gabriel schließt Entzug der Betriebserlaubnis für Krümmel nicht aus

Nach der Pannenserie im AKW Krümmel schließt auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) einen Entzug der Betriebserlaubnis Vattenfalls nicht aus. "Das prüft die Landesatomaufsicht in Kiel aus gutem Grund", sagte Gabriel der in Hannover erscheinenden Zeitung "Neue Presse" (Donnerstagausgabe).

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Hannover (ddp/sm) - Er wolle den Ergebnissen nicht vorgreifen, aber er glaube, "dass Vattenfall im eigenen Interesse gut daran täte, sich bei der Aufklärung der Vorgänge in seinen Atomkraftwerken kooperativer zu zeigen", betonte Gabriel.

Wegen der "gravierenden Fehler und Kommunikationsprobleme des Betriebspersonals in Krümmel" sei ein Gespräch der Aufsichtsbehörden mit den verantwortlichen Mitarbeitern vor Ort unerlässlich, betonte der Bundesumweltminister. "Für mich ist vollkommen unverständlich, dass sich Vattenfall hier bisher verweigert. Wir brauchen umfassende Aufklärung", unterstrich Gabriel.

Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Reaktorsicherheit, Petra Bierwirth (SPD), warf dem Konzern Heimlichtuerei vor. Angesichts der Verweigerung einer direkten Befragung der verantwortlichen Mitarbeiter dränge sich "ja schon der Verdacht auf, dass da vielleicht alles doch nicht so in Ordnung ist, wie es scheint".

Vattenfall-Sprecher Ivo Banek wies die Kritik des Umweltministers zurück. Er sehe derzeit keine Grundlage für den Vorwurf mangelnder Kooperation. "Wir arbeiten ohne Abstriche mit der Aufsichtsbehörde zusammen", sagte er.