Mehr Wettbewerb nötig

Gabriel rechnet nicht mit sinkenden Strompreisen

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet auf absehbare Zeit nicht mit sinkenden Energiepreisen. Weil es bislang nicht gelungen sei, mehr Wettbewerb zu schaffen, würden die großen Konzerne weiterhin ihre Preise durchsetzen, sagte Gabriel der "Welt am Sonntag".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir erhoffen uns natürlich eine Senkung der Strompreise. Das wäre jedenfalls die normale Folge, wenn der Markt funktionieren würde - was er noch nicht tut", beklagte der Minister. Nach wie vor existierten auf dem deutschen Markt "leider keine Kostenpreise, sondern Marktpreise".

Damit die Energiekonzerne künftig mehr Wettbewerb zulassen, droht ihnen der Umweltminister mit der Trennung von Leitungsnetz und Energieerzeugung: "Der Regulierer muss dafür sorgen, dass neue Kraftwerke leichter an die Netze angeschlossen werden können. Wenn das nicht gelingt, stellt sich die Frage, ob wir das Leitungsnetz von der Energieerzeugung trennen", sagte Gabriel. So wie bisher könne es jedenfalls nicht weitergehen. "Da dürfen wir auch keine Auseinandersetzung mit den großen Energieunternehmen fürchten", fügte er hinzu.

In diesem Zusammenhang übte Gabriel deutliche Kritik an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Dieser habe es bislang versäumt, "wirtschaftliche Anreize für eine intelligente Netzgestaltung" zu schaffen. Darüber hinaus müssten die Netze insgesamt ausgebaut werden. "Letztlich aber brauchen wir einen stärker europäisierten Strommarkt, bei dem die Europäische Union eine starke Regulierungsfunktion haben muss", sagte er. Am Ende dürfe es nur noch eine Strombörse in Europa geben und nicht 25.