Konferenz

Gabriel: Moderne Energietechnologie ist Leitmarkt der Zukunft

Bundesumweltminister Gabriel diskutiert am Donnerstag mit Vertretern der Wirtschaft über Chancen und Risiken des Klimawandels. Bei der Eröffnung der Veranstaltung sagte der Minister, Umwelttechnologien und insbesondere die innovativen Energietechnologien seien als die Leitmärkte der Zukunft anzusehen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Klimawandel gewinnt zunehmend an Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte: Einerseits steigen die Marktanteile von Unternehmen, die klimafreundliche Technologien anbieten, andererseits muss die Versicherungsbranche immer größere Schäden regulieren, die durch extreme Wetterereignisse entstehen. Chancen und Risiken des Klimawandels sind das Thema einer Konferenz, die am heutigen Donnerstag auf Einladung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und des Präsidenten des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, am Bankenplatz Frankfurt stattfindet. An der Finanzdienstleisterkonferenz nehmen über 150 Vertreter von Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften aus dem In- und Ausland teil.

Bei der Eröffnung der Konferenz rief Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Unternehmen der Finanzbranche auf, die im Klimaschutz liegenden wirtschaftlichen Chancen zu erkennen und zu nutzen. Der Klimawandel verändere fundamental die Bedingungen, die den Erfolg von Unternehmen, Individuen und Volkswirtschaften bestimmen, im Guten wie im Schlechten. "Umwelttechnologien und insbesondere die innovativen Energietechnologien sind die Leitmärkte der Zukunft. Wer das zuerst versteht, hat gegenüber anderen Akteuren im Wettbewerb eine Reihe von Vorteilen", sagte Gabriel.

Nach einer Studie von "Roland Berger Strategy Consultants" wird allein in Deutschland der Umsatz der Umwelttechnologiemärkte bis zum Jahr 2030 von 150 Milliarden Euro auf 1.000 Milliarden Euro anwachsen.

Auch der Emissionshandel wird als Geschäftsfeld für die Finanzbranche immer wichtiger: Bereits 2006 hatte der internationale Kohlenstoffmarkt ein Volumen von 30 Milliarden US-Dollar. Je nach Ausgestaltung der internationalen Vorgaben wird damit gerechnet, dass der internationale Emissionshandel 2025 zwischen 50 und 800 Milliarden Euro Umsatz verzeichnen wird. Dem Kohlenstoffmarkt kann damit eine zentrale Funktion bei der Finanzierung des klimafreundlichen Umbaus der Energiesysteme weltweit zukommen.

Fortschrittliche Finanzunternehmen setzen schon jetzt auf neue Geschäftschancen und erschließen Märkte mit neuen Dienstleistungen: Sie bieten zum Beispiel Investment-Fonds für zukunftsträchtige Technologien an, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Auch die Finanzierung von Altbausanierungen oder die Versicherung gegen Naturkatastrophen und andere Klimarisiken sind wichtige Geschäftsfelder geworden.

Die Ergebnisse der Frankfurter Finanzdienstleisterkonferenz fließen in die Beratungen des nächste Ministertreffens im Rahmen des Gleneagles-Dialogs ein, das vom 9. bis 11 September in Berlin stattfindet. Dieses Treffen der Umwelt- und Energieminister der 20 Länder mit dem größten Energieverbrauch befasst sich auch mit Investitionen für eine nachhaltige Energieversorgung.