Umweltschutz

Gabriel mahnt USA zur Teilnahme am Kyoto-Protokoll

Kurz vor Beginn der entscheidenden Phase der Weltklimakonferenz im kanadischen Montreal hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) an die USA appelliert, sich am internationalen Klimaschutz zu beteiligen. "Die Mitgliedschaft im Kyoto-Club lohnt sich, auch für die USA", sagte Gabriel der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe).

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Schon jetzt ist erkennbar, dass der Emissionshandel, den wir seit Anfang dieses Jahres in der EU betreiben, eine große Anziehungskraft auf Kanada und einige US-Bundesstaaten ausübt", so Gabriel weiter. Der Minister hob die besondere Rolle der Nichtregierungsorganisationen bei den Klimaverhandlungen hervor. "Ich betrachte sie als Partner und Verbündete, deren Wissen, deren Ungeduld und deren kritische Unterstützung den Klimaschutzprozess antreibt", sagte er der Zeitung. Er fügte hinzu: "Ohne das meist ehrenamtliche Engagement der international vernetzten Gruppen hätten wir kein Kyoto-Protokoll."

Dem "Tagesspiegel" sagte Gabriel indes, dass die Teilnahme der USA an Kyoto nicht um jeden Preis erkauft werden würde: Sollte statt eines verbindlichen Klimaschutzprotokolls Kyoto II "nur ein butterweiches Abkommen, mit dem wir für das Klima nichts erreichen", herauskommen, würde Gabriel auf eine Beteiligung der USA lieber verzichten. Die Reduktionsziele für Treibhausgase müssten "verbindlich sein und auf jeden Fall anspruchsvoller und härter werden, da der Bremsweg im Klimaschutz sehr lang ist".

Gabriel hat dabei nicht vor, die deutschen Konzerne zu schonen. "Der Emissionshandel wird fortgesetzt", sagte er. Der nächste Zuteilungsplan für Emissionsrechte solle sogar auf der Grundlage des derzeit gültigen, noch unter Rot-Grün erarbeiteten, Plans erstellt werden, ergänzte er. "Ich bin auch nicht dafür, sämtliche alten fossilen Kraftwerke durch neue Kohlekraftwerke zu ersetzen". gabriel ist überzeugt, dass der "Klimaschutz im ureigenen Interesse der Unternehmen liegt".