Regierung uneinig

Gabriel lehnt Glos-Pläne zum beschleunigten Netzausbau ab

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos zum beschleunigten Ausbau von Stromtrassen stoßen in der Bundesregierung auf Widerspruch. Das Bundesumweltministerium kritisiert die eingeschränkte Klagemöglichkeit der Bürger sowie die Absage an unterirdische Kabel.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach Informationen der "Berliner Zeitung" lehnt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) insbesondere das Vorhaben ab, die Klagemöglichkeiten der Bürger einzuschränken sowie Erörterungstermine vor Ort abzuschaffen. Anders als der Wirtschaftsminister hält Gabriel im begrenzten Umfang auch eine unterirdische Verlegung von Stromkabeln für sinnvoll.

In Regierungskreisen wurde kritisiert, dass sich Glos mit seinen Plänen über die Ängste und Sorgen der Bevölkerung sowie die Widerstände in Ländern und Kommunen hinwegsetze. Ein Sprecher Gabriels bestätigte dazu auf Anfrage: "Der Vorschlag ist in der Regierung nicht abgestimmt." Auch teile das Umweltministerium nicht die strikte Ablehnung von Erdkabeln durch Glos, so der Sprecher.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Pläne der Stromkonzerne, in den nächsten Jahren massiv in Stromtrassen zu investieren. Doch in vielen Kommunen regt sich dagegen massiver Widerstand. Dieser könnte den Ausbau um Jahre verzögern. Bürger sowie Umweltgruppen wehren sich gegen die großen Strommasten und sähen lieber unterirdische Leitungen. Diese sind allerdings mit Mehrkosten verbunden, die Glos ablehnt.