Endlagersuche unabdingbar

Gabriel kündigt Gutachten über Asse bis Oktober an

Das Bundesumweltministerium wird voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft des niedersächsischen Atommülllagers Asse treffen. Ein Gutachten über die Sicherheit des Lagers werde im Oktober vorliegen, sagte Umweltminister Gabriel dem Hörfunksender NDR Info.

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Hamburg (ddp/sm) - "Die zentrale Frage ist hierbei: Gelingt es, den Bergwerksstollen mithilfe technischer Baumaßnahmen über das Jahr 2015 hinaus abzusichern?", so der SPD-Politiker. "Dies ist die Voraussetzung dafür, dass der Atommüll aus dem Schacht geborgen werden kann." Möglicherweise würden die rund 126.000 Fässer aber auch in dem ehemaligen Salzbergwerk verbleiben.

Gabriel nahm die Mitarbeiter des Atommülllagers in der Nähe von Wolfenbüttel in Schutz: "Sie trifft keine Schuld am Zustand des Schachts." Die Fehler seien vielmehr in der Vergangenheit gemacht worden, als der Stollen fälschlich als sicher eingestuft worden sei, sagte Gabriel.

Gabriel nannte es unabdingbar, in Deutschland nach einem sicheren Endlager für hoch radioaktive Abfälle zu suchen. Es könne nicht so getan werden, als gebe es keine radioaktiven Abfälle. Der Minister warnte davor, Asse jetzt als Beweis dafür zu missbrauchen, dass "Endlagerei nicht geht". Das sei "Flucht aus der Verantwortung". Zur Klärung der Endlagerfrage müssten Standorte in Deutschland miteinander verglichen werden.

Asse-Müll in Schacht Konrad?

Ob der Atommüll aus der Asse herausgeholt werden könne, wisse man derzeit nicht. Zunächst müsse noch ein Standsicherheitsgutachten für das Bergwerk abgewartet werden, das bis Jahresende vorliegen solle, sagte Gabriel. Dabei gehe es um die Frage, ob sich die Standsicherheit mit technischen Mitteln verlängern lasse. Es gebe vorsichtige Hinweise darauf, dass das gelingen könne.

Sollte der Atommüll herausgeholt werden, würde dieser in den benachbarten Schacht Konrad kommen, dem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe in Salzgitter. Konrad sei ein sicheres Endlager, Asse hingegen ein sich in Bewegung befindliches Bergwerk.