Verantwortung gerecht werden

Gabriel kritisiert Haltung der USA zur Klimapolitik

Gabriel sieht die Klimagespräche beim G-8-Gipfel in Heiligendamm noch nicht als gescheitert an. "Ich halte nichts davon, über ein Scheitern zu sprechen, noch bevor der Gipfel überhaupt begonnen hat", sagte Gabriel der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht.

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Hannover/Passau (ddp/sm) - Der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sei zuversichtlich, dass man am Ende zu Fortschritten kommen werde. Er kritisierte jedoch die Haltung der USA, die sich nicht auf eine konkrete Senkung der Treibhausgase festlegen lassen wollen. Die Vereinigten Staaten seien zurzeit der größte Produzent von Kohlendioxid und müssten ihrer Verantwortung dafür gerecht werden. Zudem seien die starke Wirtschaft, das Finanzkapital und die technologischen Innovationen der USA nötig, um insbesondere die rapide wachsenden Schwellenländer mit klimaschonenden Technologien versorgen zu können.

Gabriel lehnte Forderungen ab, die Atomenergie aus Klimaschutzgründen zu stärken. Kernkraft habe am weltweiten Primärenergieverbrauch nur einen Anteil von drei Prozent. "Um aus den drei Prozent Atomenergieanteil auch nur zehn Prozent zu machen, müssten tausende neuer Kernkraftwerke gebaut werden", sagte er. Diese Atomkraftwerke würden dann womöglich auch im Iran oder in Nordkorea stehen, mit dem Risiko, dass sie zur Herstellung von waffenfähigem Material missbraucht werden.

Darüber hinaus fordert der Minister im Vorfeld des G8-Gipfels von den EU-Staaten, mehr für die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes zu tun. "Der Emissionshandel muss transparenter und einheitlicher gestaltet, die Verschmutzungs-Zertifikate müssen zumindest teilweise versteigert werden. Dadurch bekommen wir mehr Geld für Klimaschutzmaßnahmen", sagte Gabriel der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht.