Mehr Erneuerbare bei Strom

Gabriel korrigiert Ausbauziele beim Biosprit nach unten

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) legt beim Ausbau der Bioenergie offenbar eine langsamere Gangart ein. Die Vorgaben bis 2020 sollen um fünf Prozentpunkte gesenkt werden. Um die Ausbauziele der Regierung zu erneuerbaren Energien dennoch zu erreichen, müsse der Anteil auf dem Stromsektor weiter ausgebaut werde.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp/sm) - Wie die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf ein Papier des Umweltministeriums berichtet, soll der energetische Anteil der Bioenergie am Kraftstoffmarkt bis 2020 nicht, wie von der Bundesregierung ursprünglich vorgesehen, auf 17 Prozent sondern nur auf zwölf Prozent steigen. Zurzeit liege er bei sieben Prozent. Das Papier wurde den Angaben nach den Regierungsfraktionen und Ressorts zugeleitet.

Um dennoch das Regierungsziel einhalten zu können, 18 Prozent des gesamten Energieverbrauchs bis 2020 aus erneuerbaren Quellen zu bekommen, müssten die Erneuerbaren bis dahin einen Anteil von "mindestens 30 Prozent" bei der Stromerzeugung erreichen, zitiert das Blatt aus dem Text. Hintergrund der Korrektur sei das technisch bedingte Scheitern des neuen Ottokraftstoffes E 10 mit zehnprozentiger Biobeimischung Anfang des Jahres sowie die Debatte um die Nahrungsmittelpreise.

Kurzfristig wolle Gabriel das geltende Biokraftstoffquotengesetz nun "den veränderten Gegebenheiten anpassen". Der Minister verlange als "logische Konsequenz" eine Absenkung der für 2009 vorgegebenen Bio-Quote von 6,25 auf 5,0 Prozent und für 2010 von 6,75 Prozent auf 6,25 Prozent. Ein entsprechender Kabinettsbeschluss zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sei in Vorbereitung, bestätigte das Ministerium dem Blatt.