Sicherheitsprobleme

Gabriel: Kein Wiederanfahren von Reaktor Biblis B

Bundesumweltminister Gabriel warnt den Stromkonzern RWE vor einem Wiederanfahren des hessischen Atommeilers Biblis B. Sollte RWE dies doch tun wollen und die hessische Atomaufsichtsbehörde die nötige Genehmigung erteilen, werde sich die Bundesaufsicht einschalten, warnte der Minister.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Wiesbaden (afp/ddp/red) - "Wir halten das nicht für richtig, einen Reaktor wieder anzufahren, bei dem ein doch existenzielles Sicherheitsproblem nicht nach dem Stand von Wissenschaft und Technik geklärt wurde", sagte der Minister.

Sollte sich RWE, der Betreiber des Kraftwerks, anders entscheiden und die hessische Atomaufsichtsbehörde dieses dulden, werde sich die Bundesaufsicht der Sache annehmen, kündigte Gabriel an und betonte, die Vorfälle im Kraftwerk Krümmel, das von Vattenfall betrieben wird, dürften sich in Biblis nicht wiederholen. Biblis B ist sei dem 23. Januar in Revision.

Gabriel dringt darauf, die acht ältesten Meiler in Deutschland gänzlich abzuschalten und die Restlaufzeit auf neuere Atomkraftwerke zu übertragen. Der Präsident des BfS, Wolfram König, sagte, der Jahresbericht des Bundesamts belege, dass ältere Kraftwerke grundsätzlich häufiger meldepflichtige Ereignisse zu vermelden hätten und störanfälliger seien.

Hessen: Biblis B erst nach Nachrüstung wieder ans Netz

Wie das hessische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde heute mitteilte, geht Biblis B vorerst nicht wieder ans Netz. Zunächst sollen sogenannte Sumpfsiebe nachgerüstet werden. Das Ministerium habe mit dem Betreiber RWE Power vereinbart, die für die kommende Revision geplante Nachrüstung während des laufenden Stillstandes zeitnah vorzunehmen.

Quelle: AFP