Klimaschutzinvestitionen

Gabriel: Industrie soll Chancen in Entwicklungsländern nutzen

Bundesumweltminister Gabriel hat die deutschen Unternehmen aufgefordert, die Chancen für Klimaschutzinvestitionen in Entwicklungsländern zu nutzen. Dies bedeute für Deutschland Beschäftigung und Wachstum. Das Umweltministerium habe bereits Hilfen für interessierte Unternehmen bereitgestellt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die deutsche Wirtschaft aufgefordert, die im Kyoto-Protokoll vorgesehenen Chancen für Klimaschutzinvestitionen in Entwicklungsländern verstärkt zu nutzen. Zugleich kündigte Gabriel an, sein Ministerium werde den deutschen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen, um gute Projekte zu entwerfen und umzusetzen.

"Mit Klimaschutzinvestitionen in Entwicklungsländern schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe: Wir transferieren zukunftsorientierte Technik in die Entwicklungsländer, wir verringern deren Abhängigkeit von Energieimporten, wir reduzieren Energiekosten und wir tragen - nicht zuletzt - zum Schutz des globalen Klimas bei", sagte Gabriel vor den Teilnehmern der Ministerkonferenz der UNO-Kommission für nachhaltige Entwicklung in New York. Für Deutschland als Technologieexporteur bedeute dies Beschäftigung und Wachstum, aber auch kosteneffiziente Möglichkeiten zur Erreichung der anspruchsvollen Klimaschutzziele.

Das Kyoto-Protokoll bietet Unternehmen in den Industrieländern die Möglichkeit, Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern zu realisieren und sich den damit eingesparten Ausstoß von Treibhausgasen auf die eigene Klimaschutzbilanz anrechnen zu lassen. Dieser "Mechanismus für saubere Entwicklung" (Clean Development Mechanism - CDM) wird von deutschen Unternehmen bisher noch relativ wenig genutzt. Der Anteil Deutschlands an den bisher weltweit registrierten CDM-Projekten liegt laut Umweltministerium gegenwärtig bei zwei Prozent.

Daher hat das Umweltministerium bereits Hilfen für interessierte Unternehmen entwickelt und bereitgestellt. So würden eingehende Projektanträge mit einem Kurz-Check vorgeprüft. Ein Handbuch helfe bei der Ausarbeitung des so genannten "Project Design Documents" (PDD), das die Voraussetzung für die Anerkennung eines CDM-Projekts durch das Klimasekretariat in Bonn ist. In den kommenden Wochen will das BMU zudem eine Datenbank verfügbar machen, die alle Informationen über erfolgreiche CDM-Projekte enthält.