Kohle statt Atomkraft

Gabriel betont Notwendigkeit neuer Kohlekraftwerke

Bundesumweltminister Gabriel drängt auf den Neubau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland. "Wir brauchen acht bis zwölf neue Kohlekraftwerke, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen wollen", sagte Gabriel am Freitag auf einer Betriebsversammlung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) AG in Mainz.

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Mainz (ddp/sm) - Mit Blick auf die Gegner des bei Mainz geplanten Kohlekraftwerks betonte der Minister: "Wer gegen Kohlekraft demonstriert, wird Atomkraftwerke ernten."

Gabriel sagte, die Entscheidung, welches Kraftwerk gebaut werde, sei Aufgabe des Unternehmens und nicht der Politik. Er fügte hinzu, dass neue Kohlkraftwerke keine Zunahme an Kohlendioxid-Ausstoß bedeuteten. Zum einen würden alte Werke abgestellt, zum anderen werde der Ausstoß durch den Emissionshandel nach oben hin begrenzt. "Sie können 100 Kohlekraftwerke bauen und werden keinen höheren CO2-Ausstoß haben", sagte der Umweltminister.

Gas-Kraftwerke keine Alternative

Die Lücke in der Energieversorgung, die nach dem Abschalten der Atomkraftwerke entstehe, könne bis zum Jahr 2020 nicht durch erneuerbare Energien geschlossen werden, betonte Gabriel. Auch Gaskraftwerke seien keine alleinige Alternative, da deren Stromerzeugung teuer und somit für die Energieversorgung der Industrieproduktion unrentabel sei.

Das auf der Ingelheimer Aue zwischen Mainz und Wiesbaden geplante Kohleheizkraftwerk soll im Jahr 2012 in Betrieb gehen und mehr als 820 Megawatt Strom liefern. Die Baukosten werden auf rund eine Milliarde Euro beziffert. Gegen das Projekt gibt es großen Widerstand in der Bevölkerung.