Versorgungssicherheit

Gabriel besorgt über schleppende Investitionen in Energieversorgung

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigt sich besorgt über Verzögerungen bei den Investitionen in die Energieversorgung in Deutschland. Der Ausbau der Stromleitungsnetze gehe zu langsam voran, sagte Gabriel der "Braunschweiger Zeitung". Das sei ein Problem.

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Braunschweig (ddp/sm) - Sorge bereite ihm auch, dass bereits geplante Standorte für Kohlekraftwerke wieder infrage gestellt würden, sagte Gabriel. "Das ist gefährlich: Entweder werden wir in hohem Maß von Gas abhängig oder der Druck zur Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken nimmt dramatisch zu", sagte er. "Man kann nicht gegen alles sein, vom Netzausbau bis zum Kraftwerk." So könne eine Industriegesellschaft nicht organisiert werden.

Gabriel forderte eine ernsthafte Debatte über die Kohlenutzung in diesem Jahr. "Wir können uns nicht gleichzeitig von Kohle und Uran verabschieden. Neun Kohlekraftwerke sind in Deutschland bis 2010 geplant, aber die brauchen wir auch, damit alte Dreckschleudern vom Netz gehen und die Versorgungssicherheit erhalten bleibt", sagte er. Es sei erschreckend, mit welchen Horrorszenarien die Diskussion geführt werde. In der Kommunalpolitik gebe es Bündnisse unter Einschluss von CDU und Linkspartei, die selbst gegen Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung seien. Gabriel betonte, allein der Emissionshandel werde die Zahl neuer Kohlekraftwerke in Grenzen halten. Neue Kraftwerke würden zudem die Emissionen im Vergleich zu alten deutlich verringern.

Sorge bereite ihm auch der schleppende Ausbau der Energienetze, sagte Gabriel. "Wir können nicht auf erneuerbare Energien und auf Modernisierung alter Kohlekraftwerke setzen, ohne dass wir unsere Leitungsnetze verstärken", sagte er. Deshalb müssten alle Beteiligten - auch die Bundesnetzagentur - dafür sorgen, dass in sensiblen Gebieten die Erdverkabelung vorankommt. Nur das werde von der betroffenen Bevölkerung akzeptiert.