WWF und Allianz

G8-Staaten sollen mehr für Klimaschutz tun

Die bisherigen Maßnahmen der G8-Länder reichen nach Expertenansicht nicht aus, um den Klimawandel aufzuhalten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) und des Versicherungskonzerns Allianz.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Nach Angaben von Wissenschaftlern können die gefährlichsten Folgen des Klimawandels nur abgewendet werden, wenn die globale Temperaturerhöhung auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt wird. Dafür müssten die Treibhausgasemissionen global bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Deutschland Führungsrolle reicht noch nicht

Deutschland nimmt der Studie zufolge beim Klimaschutz die Führungsrolle unter den G8-Staaten ein. Aber trotz seines "ambitionierten Klima- und Energiepakets" reiche der Beitrag nicht aus, um das selbst gesteckte Ziel einer 40-prozentigen Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2020 zu erreichen, sagte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes. Den zweiten Platz der Rangliste nimmt Großbritannien ein, gefolgt von Frankreich, Italien, Japan und den USA. Schlusslichter im Ranking sind den Angaben zufolge Kanada und Russland. Die G8-Staaten treffen sich vom 8. bis 10. Juli zu ihrem diesjährigen Gipfel im italienischen L'Aquila.

Koordiniertes Vorgehen - wie bei Wirtschaftskrise

Vor diesem Hintergrund forderte der Allianz-Vorstand Joachim Faber die G8 auf, "so ambitioniert und koordiniert bei der Klimapolitik vorzugehen, wie bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise". Es sei "dringend notwendig", dass vor allem die Industrieländer an einer Reduzierung der Emissionen arbeiteten. Zahlreiche Schwellenländer und Entwicklungsländer würden diesem Beispiel dann folgen. Brandes appellierte auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihre frühere Führungsposition in dem Bereich erneut aufzunehmen und den Klimaschutz wieder "ganz oben auf die Liste" zu setzen.

Unterstützung für Entwicklungsländer nötig

Auch Grünen-Parteichefin Claudia Roth forderte, dass die G8-Länder beim Klimaschutz die Führungsrolle übernehmen und den Schwellen- und Entwicklungsländern konkret sagen, wie sie diese beim Klimaschutz finanziell unterstützen werden. Nur dann würden auch diese Länder sich stärker in diesem Bereich engagieren.