CO2-Ausstoß

G8-Gipfel soll Durchbruch für Klimaschutz bringen

Beim G8-Gipfel im italienischen L'Aquila wollten die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands u.a. über die Weltwirtschaftskrise und den Klimawandel beraten. Bei den Verhandlungen zu einem weltweiten Klimaschutzabkommen zeichnet sich dabei ein erster Durchbruch ab.

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Berlin/Frankfurt am Main (ddp/red) - Erstmals hätten die wichtigen Schwellenländer wie Indien und China akzeptiert, dass nicht nur die Industrienationen den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren müssten, sondern auch sie selbst, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) der ARD. Zudem hätten die 17 Mitgliedstaaten des "Major Economies Forum" (MEF) bei Beratungen in der italienischen Hauptstadt anerkannt, dass die globale Durchschnittstemperatur nicht über zwei Grad Celsius steigen dürfe.

"Das sind die beiden großen Erfolge: Die Bereitschaft der Entwicklungsländer zu sagen, wir müssen unter das normale Emissionsszenario kommen und zweitens, wir akzeptieren das Zwei-Grad-Ziel", sagte der Bundesumweltminister.

Entwicklungsländer sollen CO2-Ausstoß bis 2020 mindern

Die EU hat die Entwicklungsländer derweil zu substanziellen Anstrengungen beim Klimaschutz aufgerufen. "Wir schlagen vor, dass die Entwicklungsländer als Gruppe sich das Ziel setzen, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 15 bis 30 Prozent zu verringern im Vergleich zu einer Entwicklung ohne spezielle Politikmaßnahmen zur Emissionsminderung", sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas der "Berliner Zeitung". Dabei betonte er, dass sich ein Teil der geforderten Reduktionen von selbst finanziere, etwa durch Investitionen in Energieeffizienz. Nötig sei aber auch eine finanzielle Unterstützung der Industrieländer.

Klimaforscher fordert Signal für Wüstenstrom-Projekt

Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber fordert vom G8-Gipfel in Italien ein Signal für das Wüstenstrom-Projekt "Desertec". Die Staats- und Regierungschefs sollten sich damit befassen, weil es den nachhaltigen Umbau des Energiesystems voranbringen könne, sagte Schellnhuber der "Frankfurter Rundschau". Es dürfe dabei nicht nur um Solarstrom gehen, "sondern um das damit verbundene große intelligente Stromnetz, das Europa mit Nordafrika und dem Nahen Osten verbindet".

Schellnhuber sagte, er erwarte, dass der G8-Gipfel ein positives Signal für den Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen gibt. Die Politiker sollten sich klar dazu bekennen, dass die Erde sich nicht stärker als um zwei Grad erwärmen soll. Sonst drohten Prozesse in Gang zu kommen, "die irreversibel, selbstverstärkend und außerordentlich gefährlich wären". Der Ausstoß von Treibhausgasen müsse bis 2050 weltweit um mindestens 50 Prozent und in den Industrieländern um 80 bis 95 Prozent sinken - gemessen am Basisjahr 1990.