Plädoyer

G8: BEE lobt Position der Bundesregierung

Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Johannes Lackmann, lobte die deutsche Position zum Ausbau Erneuerbarer Energien auf dem G8-Gipfel in Sankt Petersburg. "Der Bau neuer Atomkraftwerke kann den weltweit steigenden Energiebedarf nicht decken", so Lackmann.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Verbandschef verweist darauf, dass Kernenergie derzeit nur zur Stromproduktion eingesetzt wird und damit keinen Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit von Öl und Gas leiste. Auch der geringe Anteil der Kernenergie am gesamten Endenergieverbrauch von derzeit weltweit 2,3 Prozent wird weiter abnehmen, so Lackmann. Selbst bei einem massiven Neubau von Reaktoren könnten maximal die ersetzt werden, die aus Altersgründen in den nächsten Jahren abgeschaltet würden.

Lackmann: "Erneuerbare Energien sind mittlerweile so leistungsfähig, dass sie nicht nur den Atomausstieg kompensieren, sondern auch einen großen Teil der fossilen Stromerzeugung ersetzen können." Nach einem Szenario von Shell könnten Erneuerbare Energien 2060 bereits mehr als zwei Drittel des weltweiten Energiebedarfs decken. Um diese Energiemenge mit Atomkraft bereitstellen zu können, müssten 75.000 Atomkraftwerke gebaut werden, rechnet er vor.

Beim gegenwärtigen Ausbautempo könnten Erneuerbare Energien in Deutschland in zehn Jahren soviel Strom produzieren wie derzeit alle Atomkraftwerke zusammen, so Lackmann weiter. Prognosen der Branche zufolge könnten Erneuerbare-Energien-Kraftwerke im Jahr 2023 - wenn gemäß Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung alle Atomkraftwerke abgeschaltet sein werden - jährlich mehr als 200 Terawattstunden Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme liefern. Das entspreche mehr als einem Drittel des deutschen Stromverbrauchs heute.

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