Energie durch Atomkernverschmelzung

Fusionsforscher entwickelten Rechenmodell für ITER

Kernphysiker aus Greifswald und Garching haben ein Rechenmodell zur Konstruktion des in Frankreich geplanten Kernfusions-Experimentalreaktors ITER entwickelt. Mit dem so genannten Starwall-Rechenprogramm könnten Instabilitäten des Plasmas und damit empfindliche Energieverluste verhindert werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Genutzt wird der weltweit einzigartige Code zur Berechnung von Plasmen und Reaktorgefäßen mit dreidimensionalen Raumstrukturen. Damit können Unregelmäßigkeiten ausgeglichen werden, die zum Beispiel durch den Einbau von Heizungen, Pumpen und Messgeräten entstehen.

"Starwall" wurde im Zuge des derzeit in Greifswald entstehenden Fusionsforschungsprogramms "Wendelstein 7-X" entwickelt, kann aber auch für das als Kraftwerks-Pilotanlage geltende Projekt ITER verwendet werden. Die internationale Testanlage soll ab 2008 im südfranzösischen Cadarache gebaut werden und erstmals die Energiegewinnung durch die Verschmelzung von Atomkernen ermöglichen.

Für das Fusionsfeuer wird ein Wasserstoffplasma auf mehr als 100 Grad erhitzt. Um das zu erreichen, muss das Plasma in ein Magnetfeld eingeschlossen und somit berührungsfrei und wärmeisolierend von den Wänden des unsymmetrischen Reaktorgefäßes getrennt werden.