Kraftwerksforschung

Fusionsanlage "Wendelstein 7-X" erreicht erste Aufbaustufe

Die künftige Fusionsforschungsanlage "Wendelstein 7-X" im Greifswalder Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) hat ihre erste Aufbaustufe erreicht. Techniker und Wissenschaftler haben die ersten beiden Halbmodule der komplizierten Experimentieranlage fertiggestellt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Die beiden Systeme sollen in den nächsten Wochen zusammengefügt werden. Insgesamt werden zehn solcher Module den inneren Kern der Anlage bilden. Die industrielle Herstellung der Teile in Deutschland, Italien und Großbritannien sei inzwischen abgeschlossen, sagte eine Institutssprecherin. Die Montage der Gesamtanlage werde noch etwa sechs Jahre dauern. Dazu müssten 57 Magnetspulen millimetergenau rund um das Plasmagefäß montiert werden. Zudem sollen zahlreiche Sensoren, Messleitungen, eine Plasmaheizung, eine Hochleistungskühlung und ein Kontrolllabor installiert werden.

Ziel der Fusionsforschung ist es, ähnlich wie auf der Sonnenoberfläche, durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie zu gewinnen. Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss in einem späteren Kraftwerk der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden. Mit der Fusionsanlage "Wendelstein 7-X" wollen die Forscher ab 2014 die Kraftwerkseignung dieses Bautyps erproben.