Salami-Taktik

Fukushima: Tepco räumt teilweise Kernschmelze ein

Im japanischen Unglücksreaktor in Fukushima hat es offenbar eine teilweise Kernschmelze gegeben - wovon Experten schon lange ausgegangen waren und was die Betreiber der Anlage erst jetzt einräumen. Die Kritik an der Salami-Taktik des Betreibers Tepco wächst.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Tokio (red) - Insgesamt ist die Lage in Fukushima laut Regierungssprecher Yukio Edano als extrem kritisch einzuschätzen. Im Reaktor 2 soll zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt in den vergangenen zwei Wochen eine Kernschmelze eingesetzt haben. Diese sei verantwortlich für die teilweise extrem hohen Werte an Radioaktivität, die am Wochenende gemessen worden waren.

Nun geht man davon aus, dass der Prozess der Kernschmelze gestoppt werden konnte. Unterdessen hat der Betreiber Tepco die Werte zur Höhe der gemessenen Radioaktivität korrigiert. Nachdem zuvor von Werten die Rede war, die zehn Millionen Mal höher seien also normal, hieß es jetzt, man habe sich vermessen; die Werte seien "nur" um das Hunderttausendfache erhöht. Die Informationspolitik Tepcos kritisierte der Sprecher als "inakzeptabel".