Zweithöchster Wert

Fukushima: Strahlung sei in Wirklichkeit viel höher

Laut einer neuen Studie soll durch den atomaren Super-Gau in Fukushima deutlich mehr radioaktives Cäsium in die Atmosphäre gelangt sein als bislang zugegeben bzw. von der japanischen Regierung berechnet wurde. Deutlich mehr heißt: Bislang wäre nur ein einziges Mal noch mehr Cäsium 137 in die Luft gelangt - und zwar in Tschernobyl.

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Linden/Hamburg/Skjetten (red) - Ein Team von norwegischen Institut für Luftforschung hat eine Studie veröffentlicht, wonach in Fukushima das Zweifache der bislang offiziell geschätzten Menge des radioaktiven und besonders gefährlichen Cäsium 137 in die Atmosphäre entwichen sein soll. Darüber berichtet am Freitag unter anderem Spiegel Online. Die Studie ist bislang zwar in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Atmospheric Chemistry and Physics veröffentlicht, aber noch nicht von der Fachwelt begutachtet worden.

Fukushima: Japans Regierung spielte schon mehrfach auf Zeit

Sollten sich die Ergebnisse des Teams bestätigen, wäre das die zweitgrößte Menge an Cäsium 137, die jemals freigesetzt wurde. Sie entspräche rund 40 Prozent der in Tschernobyl in die Atmosphäre entwichenen Menge. Dem Bericht zufolge gibt es noch keine offizielle Stellungnahme zu den Forschungsergebnissen, auch von der japanischen Atomaufsicht nicht. Verwundern können die neuen Werte, sollten sie valide sein, indes nicht: Inzwischen weiß die Weltöffentlichkeit, dass die japanische Regierung nach der Havarie in Fukushima Vorhersagen über die Verbreitung der radioaktiven Wolke ignoriert und damit die Bevölkerung womöglich einem hohen Risiko ausgesetzt hat.