Riss abgedichtet

Fukushima: Gute und weitere schlechte Nachrichten

Einen kleinen Erfolg gibt es aus dem Unglücksreaktor in Fukushima zu vermelden. Arbeitern ist es gelungen, einen Riss in einem Kabelschacht mit Flüssigglas abzudichten. Durch das Leck war stark radioaktives Wasser in den Pazifik geflossen. Doch auch die negativen Meldungen reißen nicht ab.

Stromleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Fukushima (red) - Der Betreiber Tepco leitet seit Anfang der Woche schwächer radioaktives Wasser ins Meer, um Platz für Aufräumarbeiten zu schaffen. Auch für das aus dem Leck in der Betonwand austretende Wasser, das sich im Reaktor sammelte, muss Platz geschaffen werden. Wie die Süddeutsche unter Berufung auf eine japanische Nachrichtenagentur berichtet, sollen bereits 11.500 Tonnen verstrahltes Wasser in den Pazifik geleitet worden sein, weitere 60.000 Tonnen sollen sich noch in den Gebäuden befinden.

Wasseraustritt zunächst gestoppt

Das aus dem Leck ausgetretene Wasser stammt vermutlich aus Reaktor 2, wo eine vorübergehende Kernschmelze stattgefunden haben soll. Medienberichten zufolge dringt jetzt kein Wasser mehr aus dem Reaktor. Ob die Abdichtung aus Flüssigglas halten wird, ist aber unklar. Mehrere Tage lang war das Wasser ins Meer gelaufen. Indes setzt man weitere Hoffnungen auf das riesige Tankfloß, das derzeit umgebaut wird und das verseuchte Wasser aufnehmen soll.

Negative Meldungen reißen nicht ab

Währenddessen soll sich in Reaktor 1 eine große Menge Wasserstoffgas angesammelt haben. Drohende erneute Explosionen will Tepco durch die Einspeisung von Stickstoff in Gasform verhindern. Weitere Befürchtungen betreffen derzeit das Auftreten des japanischen Flussfiebers, einer Infektionskrankheit, die durch Milben übertragen wird. Die Krankheit wurde bereits bei einem älteren Mann diagnostiziert. Die Milben könnten durch die Erdrutsche in bisher nicht betroffene Gebiete gelangt sein.