Milliardenverluste

Fukushima-Betreiber Tepco schreibt tiefrote Zahlen

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima, der Energiekonzern Tepco, schreibt weiter tiefrote Zahlen. Die Entschädigungen für die Opfer und weniger Stromverkäufe durch Energiesparmaßnahmen kommen zu den materiellen Abschreibungen in Folge der Katastrophe hinzu.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Tokio (afp/red) - Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 fuhr Tepco unter dem Strich einen Verlust von 572 Milliarden Yen (fast fünf Milliarden Euro) ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Für die Entschädigung von Opfern der Atomkatastrophe stellte der Konzern demnach 398 Milliarden Yen bereit, weitere 105 Milliarden Euro musste Tepco auf die materiellen Verluste seiner Atomreaktoren in dem Kraftwerk abschreiben.

Kunden müssen Energie sparen - weniger Verkäufe

Zusätzlich machen dem Konzern die weiteren Folgen der Atomkatastrophe zu schaffen: Um einen Stromausfall in der Region um die japanische Hauptstadt Tokio zu vermeiden, musste Tepco seine Kunden auffordern, massiv Energie einzusparen. Entsprechend verkauft das Unternehmen derzeit weniger Strom - und verdient damit auch weniger. "Die Qualität unserer Finanzen hat sich stark verschlechtert", erklärte Tepco entsprechend.

Massive Verluste schon im vorigen Geschäftsjahr

Das Akw Fukushima war beim Erdbeben vom 11. März und dem anschließenden Tsunami beschädigt worden. Da in den kommenden Wochen große Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden, mussten insgesamt 80.000 Menschen die Gegend um das Kraftwerk verlassen. Tepco hatte durch die Atomkatastrophe schon 2010/2011 einen massiven Verlust von umgerechnet rund elf Milliarden Euro eingefahren. Das Geschäftsjahr endete Ende März, also wenige Wochen nach Beginn der Atomkatastrophe.