Greenpeace

Fukushima-Analyse: Tiere und Pflanzen sind mutiert

Die Atomkatastrophe in Fukushima erschütterte vor nunmehr fast fünf Jahren die Welt. Greenpeace zufolge werden die Folgen des Unglücks aber noch Jahrhunderte andauern. Mit einem speziellen Unterwasserroboter untersucht die Umweltschutzorganisation gerade die Küste vor Fukushima.

Atome© Tło z atomami / Fotolia.com

Fukushima/ Hamburg (red) - In einem aktuellen Report informiert Greenpeace über die gravierenden Umweltfolgen der Atomkatastrophe von Fukushima. Die Umweltschutzorganisation misst derzeit mit einem internationalen Team von Strahlenschutzexperten die radioaktive Belastung des Pazifiks vor Fukushimas Küste. Greenpeace-Mitarbeiter aus Japan, Deutschland, Belgien und der Schweiz untersuchen mit Hilfe eines Unterwasserroboters (Remotely Operated Vehicle ROV) die Kontamination des Meeresbodens.

Greenpeace-Experte: Hunderttausende Menschen sind betroffen

"Die Folgen von Fukushima werden noch Jahrhunderte andauern", sagt Heinz Smital, Kernphysiker und Atomexperte von Greenpeace. "Hunderttausende Menschen sind betroffen, weite Regionen an der Ostküste Japans bleiben radioaktiv belastet. Die Abe-Regierung täuscht vor, alles unter Kontrolle zu haben. Doch das ist eine Farce und eine Missachtung der Opfer."

Tier- und Pflanzenwelt soll nachweislich genetisch verändert sein

Greenpeace legte nun eine Analyse der Umweltfolgen des Atomunfalls vor. Danach setzte der Super-GAU weiträumig langlebige radioaktive Elemente frei - wie Cäsium 137 und geringe Mengen Strontium 90 - die von Pflanzen und Tieren aufgenommen wurden.

Durch Schneeschmelzen, Wind und Regen breite sich die Kontamination aus der Vegetation in den Wäldern, im Süßwasser und in den Küstenökosystemen aus. Die Auswirkungen seien bereits sichtbar: Viele Bäume sollen Cäsium-Kontaminationen aufweisen. Wissenschaftler fanden der Analyse zufolge Mutationen sowohl in japanischen Tannen und Zedern, im Gras und in Schmetterlingspopulationen, DNA-geschädigte Würmer, Cäsium-Belastung in Süßwasserfischen, verminderte Fruchtbarkeit von Schwalben und radioaktive Kontamination eines der wichtigsten Ökosysteme - den Flussmündungen.

Greenpeace fordert endgültige Abschaltung der japanischen AKW

Während nur 20 Prozent des radioaktiven Fallouts aus den explodierten Reaktoren auf die Landmasse niedergingen, sei die Verschmutzung enorm und weit verbreitet. Mehr als neun Millionen Kubikmeter Atommüll lagerten derzeit an einigen Tausend Standorten in der Region Fukushima. Gereinigt wurden bewohnte Gebiete und schmale Streifen entlang der Straßen und der Waldränder.

Die Umweltschützer appellieren an die japanische Regierung, die Bevölkerung nicht weiter dem atomaren Risiko auszusetzen und alle Reaktoren endgültig abzuschalten.