Geldnot

Für geplante Bergbaustiftung fehlen offenbar 1,3 Milliarden Euro

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat laut einem Magazinbericht bei der Finanzierung des Kohleausstiegs ein neues Finanzierungsloch in Milliardenhöhe entdeckt. Er fordert Unterstützung vom Bund, damit der RAG-Börsengang wie geplant stattfinden kann.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München/Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Nach vertraulichen Informationen aus dem geheimen Bewertungsgutachten stehen die RAG-Töchter Steag, RAG Immobilien und Degussa mit einem Buchwert von 1,3 Milliarden Euro in der Bilanz. Die bei einem Börsengang erwarteten Aktienerlöse von 5,5 Milliarden bis 5,7 Milliarden Euro müssten deshalb um 1,3 Milliarden Euro gekürzt werden, erfuhr das Nachrichtenmagazin "Focus" aus der Düsseldorfer Staatskanzlei.

"Mit gut vier Milliarden Euro, die dann nur noch für die Kohlestiftung übrig blieben, können die Ewigkeitskosten nicht reguliert werden", heißt es. Rüttgers fürchte "ein hohes finanzielles Risiko" für sein Land, weil "auch bei günstigsten Zinssätzen aus vier Milliarden keine 8,5 Milliarden zu machen sind", die für die Regulierung der erwarteten Bergbauschäden gebraucht würden.

Rüttgers will laut "Focus" vom Bund den Ausgleich der 1,3 Milliarden Euro einfordern. "Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) muss diese Summe in die Stiftung einzahlen, sonst ist das RAG-Modell mit dem Börsengang kaputt", heißt es in der Landesregierung.

Dem Bericht zufolge ist auch RAG-Chef Werner Müller skeptisch in Bezug auf die Zukunft seines Konzerns. Sollte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2009 aus der Kohlefinanzierung aussteigen, weil sich SPD und CDU nicht auf einen festgelegten Ausstieg spätestens im Jahr 2018 verständigen könnten, sei das "dann der Untergang".