Entscheidung

Für 2008 geplant: Stadtwerke-Hochzeit am Niederrhein

Die geplante Fusion der Stadtwerke in Krefeld (SWK) und in Neuss (swn) hat eine wichtige Hürde genommen. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen stimmten jetzt einem Zusammenschluss zum 1. Januar 2008 zu. Dies ist gleichzeitig eine klare Absage an das Kaufangebot der Düsseldorfer Stadtwerke.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Krefeld/Neuss (red) - Wie die Energieversorger mitteilen, liegt die endgültige Entscheidung im Februar bei den Stadträten. Die neu zu gründende Gesellschaft "Stadtwerke Krefeld Neuss AG & Co. KG" (SWKN) soll über rund 690 Mitarbeiter verfügen – 170 aus Neuss, 620 aus Krefeld. "Zudem sollen beide Standorte erhalten bleiben", erläutert Karlheinz Irnich, Aufsichtsratsvorsitzender der swn. Die SWK soll 74,9 Prozent halten und Neuss mit 25,1 Prozent über eine Sperrminorität verfügen.

"Für uns steht im Vordergrund, dass der kommunale Einfluss erhalten bleibt“, so Herbert Napp, Bürgermeister der Stadt Neuss, Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Neuss. "Die Lösung einer reinen Kapitalbeteiligung ohne operatives Geschäft, wie von den Stadtwerken Düsseldorf angeboten, ist für uns daher langfristig nicht zielführend. Die Mehrheitsbeteiligung von EnBW und dem französischem Stromkonzern EDF an den Stadtwerken Düsseldorf würde den kommunalen Einfluss an dem neuen Unternehmen zu stark gefährden", ergänzt Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Insgesamt beläuft sich das Synergiepotenzial nach Einschätzung der Unternehmen auf etwa 12,6 Millionen Euro, wovon 80 Prozent bereits konkretisiert worden seien, etwa durch einen gemeinsamen Einkauf, eine gemeinsame Netzleitstelle oder ein gemeinsames Portfoliomanagement. Auch unter den sich verschärfenden Wettbewerbsbedingungen will man in Neuss und Krefeld nach der Fusion weiterhin eine kundennahe und vor allem kommunal bestimmte Versorgung gewährleisten.

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