FTD: Rennen um VEAG bereits entschieden / HEW übernimmt die Mehrheit

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Morgen läuft die Frist für die Energieriesen E.ON und RWE ab, ihre Anteile am ostdeutschen Braunkohleverstromer VEAG (insgesamt 81,25 Prozent) und am Braunkohleförderer Laubag (92,5 Prozent) aus kartellrechtlichen Gründen abzugeben. Bisher haben neben dem nordischen Duo HEW und Vattenfall auch die Berliner Bewag, die amerikanische NRG Energy (mit dem nach Zeitungsberichten besten Angebot von etwa vier Milliarden DM), American Electric Power (AEP), der italienische Staatskonzern Enel und die Stuttgarter EnBW ein Angebot abgegeben. Vor einigen Tagen berichtete die Zeitung "Die Welt" von Plänen, die VEAG-Anteile an die fusionierten spanischen Unternehmen Endesa und Iberdrola in einer Art Aktientausch abzugeben.


Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" sind diese Spekulationen aber bereits hinfällig, da entschieden sei, dass die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) und ihr künftiger Mehrheitseigner, der schwedische Stromkonzern Vattenfall, die Mehrheit an Stromversorger VEAG und Braunkohleförderer Laubag übernehmen werden. Die Zeitung beruft sich dabei auf "übereinstimmende Angaben aus Branchenkreisen". Und auch die Summe bleibt die FTD nicht schuldig: Die nordische Kombination soll für 2,5 bis 3 Milliarden DM den Zuschlag bekommen.


Noch nicht klar sei allerdings, wer der neue Eigentümer des Chemnitzer Regionalversorgers Envia sein wird. Diese Entscheidung soll heute fallen. RWE muss die Mehrheit an der Envia ohnehin nur verkaufen, wenn der neue Eigentümer von VEAG/Laubag das möchte. Die Nachfolgerin der Treuhand, BVS, muss der Transaktion ebenfalls zustimmen. Der Bund fordert, dass der neue Eigentümer jährlich 50 Terawattstunden Strom aus ostdeutscher Braunkohle erzeugen muss, um Arbeitsplätze zu sichern.