Kritik

FTD: Ökosteuer als Grund für Strompreiserhöhungen nur vorgeschoben

In einem Bericht in der Financial Times Deutschland kritisieren Verbraucherschützer die flächendeckenden Strompreiserhöhungen, die insbesondere mit der Erhöhung der Ökosteuer begründet werden. Dies sei nur vorgeschoben. Tatsächlicher Grund sei eine Erhöhung der Margen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Beginn des neuen Jahres ist auf dem Strommarkt geprägt von flächendeckenden Strompreiserhöhungen. Versorger, die ihre Preise nicht verändert haben, lassen sich an einer Hand abzählen. Und auch dieses Glück wird nur von kurzer Dauer sein. In den dazugehörigen Pressemitteilungen begründeten die Unternehmen die Vorgehensweise mit den gestiegenen finanziellen Belastungen, etwa aus der weiteren Erhöhung der Ökosteuer, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz.

Einem Bericht der Financial Times Deutschland zu Folge sei dies allerdings nur ein Vorwand. Obwohl die Steuermehrbelastung aus der erhöhten Ökosteuer nur 0,29 Cent betrage, hätten viele Unternehmen bis zu 1,5 Cent aufgeschlagen. "Die Stromanbieter wollen jetzt ihre Margen wieder anheben, nachdem sie gesehen haben, dass der Wettbewerb im Strommarkt nicht in Schwung kommt", beurteilt etwa ein Verbraucherschützer die aktuelle Situation in der Financial Times Deutschland. Und auch ein Sprecher das Finanzministeriums empfand "eine solche Erhöhung vor dem Hintergrund des maßvollen Ökosteueranstiegs als nicht nachvollziehbar".

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen empfiehlt daher, sich nach einem günstigeren Stromanbieter umzusehen. Durch die Verabschiedung einer verbesserten Verbändevereinbarung sei der Wechsel des Stromanbieters weiter erleichtert worden.