Frost & Sullivan-Studie: Neue Chancen für Starkstromkabel

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Der westeuropäische Starkstromkabelmarkt präsentiert sich nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan uneinheitlich. Der öffentliche Sektor hält sich angesichts des liberalisierten und weitgehend gesättigten Strommarktes zunächst mit Investitionen zurück; gleichzeitig ist mit einer steigenden Nachfrage durch unabhängige Stromerzeuger zu rechnen.


Die Wachstumsaussichten knüpfen sich nach Erkenntnissen der Unternehmensberatung zunehmend an Erneuerungs- und Modernisierungsinvestitionen sowie an den Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien. Umsatzfördernd wirkt sich auch die Nachfrage nach teuren Brandschutzisolierungen aus. Trotz gewisser Schwierigkeiten sei also weiter mit einem kräftigen Absatz von Starkstromkabeln über ein Kilovolt (kV) zu rechnen. Nur einzelne Sektoren wie Freileitungen über 36 kV werden unter einem Rückgang bei Neu- und Ersatzinvestitionen leiden.


Umsatzstärkstes Marktsegment waren im Jahr 2000 mit 43 Prozent die Erdkabel von ein bis 36 kV. Der Sektor profitiert von der Diskussion um Gesundheits- und Umweltgefahren durch Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen. Der Markt für Kabel über 36 kV (Umsatz 2000: knapp eine Milliarde US-Dollar) wird kräftig wachsen, prognostiziert Frost & Sullivan. Steigende technische Anforderungen und neue Projekte wie ein Seekabel in der Nordsee oder der Bau von Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken sorgen für neue Nachfrageimpulse. Führender Ländermarkt ist Italien mit 17,5 Prozent des Marktanteils in 2000, dicht gefolgt von Deutschland mit 17,4 Prozent, Großbritannien (15,9 Prozent) und Skandinavien (15,2 Prozent).


Auf der Anbieterseite ist in den letzten Jahren eine Polarisierung zwischen großen multinationalen Herstellern und kleineren, oft regionalen, Spezialanbietern zu beobachten. Die Multis geben zunehmend Preise und technische Standards vor; die kleineren Unternehmen werden immer mehr marginalisiert und überleben nur noch in Nischen, wo Kundentreue oder technische Besonderheiten ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern, haben die Unternehmensberater festgestellt. Ein zunehmend intensiver Wettbewerb zwinge die Hersteller zur Innovation und zum Angebot zusätzlicher Dienstleistungen.


Die Abnehmer hätten im gesättigten Markt gute Chancen, günstige Konditionen auszuhandeln. Für viele Kunden steht dabei der Preis an erster Stelle. Aufgrund von Überkapazitäten und Konkurrenz durch Billiganbieter seien die Preise in einigen nationalen Märkten auch schon deutlich gefallen. Dies deutet laut Studie darauf hin, dass die technischen und qualitativen Standards innerhalb der Branche schon jetzt sehr hoch sind.