Biogasanlage in Hamburg

Frittierfett als "Heizöl" für Wohnungen und Fußballrasen

Ausgedientes Frittierfett soll als "Heizöl" den Hamburgern eine warme Wohnung verschaffen. Ab heute können Privathaushalte auf zwei Recyclinghöfen der Stadtreinigung kostenlos ihr altes Pommes- und Pflanzenöl oder Bratfett abgeben, welches dann zur Energieerzeugung genutzt wird.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - In einer Biogasanlage der Stadtreinigung werde aus den Fetten und Ölen dann klimafreundliche Energie in Form von Strom und Fernwärme gewonnen, die in die Hamburger Energieversorgungsnetze eingespeist würden.

Die vorerst zwei Recyclinghöfe in den Hamburger Stadtteilen Sasel und Bergedorf nehmen pro Haushalt bis zu zehn Liter Öle und Fette an. In der Biogasanlage sorgen anschließend Bakterien bei einer Temperatur von etwa 38 Grad Celsius für die Umwandlung der biologischen Abfälle in Gas. Dieses Biogas sei mit einem Methangehalt von etwa 65 Prozent sehr energiereich, hieß es.

Nach entsprechender Trocknung und Entschwefelung treibt das Gas in einem Blockheizkraftwerk dann einen Verbrennungsmotor an. Die so erzeugte Energie deckt nach jetzigen Berechnungen in Form von Strom und Wärme den Energiebedarf von rund 2500 Haushalten. Zudem werden mit der Fernwärme aus der Biogasanlage auch die Rasenheizung und die Warmwasserversorgung im Stadion am Volkspark betrieben, dem Heimstadion des Bundesligisten HSV.

Der Versuch ist laut Stadtreinigung zunächst auf ein halbes Jahr angelegt und soll die in Hamburg zu erwartende Menge derartiger Fette und Öle ermitteln helfen, die bislang meist noch über die Hausmülltonne entsorgt werden. Ist der Versuch erfolgreich, soll die Sammlung auf weitere Recyclinghöfe ausgedehnt werden. Durch die getrennte Erfassung dieser Abfälle verspricht sich die Stadtreinigung auch eine wesentliche Entlastung der häuslichen Abwässer.